Archiv Seite 2

Intergeschlechtliche – von so genannten „Männerrechtlern“ instrumentalisiert, hingegen nicht ehrlich in den Forderungen unterstützt

In den vergangenen Wochen und Monaten war vermehrt von „Männerrechtlern“ zu vernehmen, dass gegen Vorhautbeschneidung vorgangen werden müsse. Es wurden Gleichsetzungen mit den traumatisierenden und gewaltvollen medizinischen Eingriffen, die sich gegen intergeschlechtliche Menschen richten, betrieben. Vorher hatte sich niemand von den nun selbsternannten „Beschneidungsgegnern“ mit Intergeschlechtlichen solidarisiert – und noch nicht einmal jetzt ist das der Fall.

So kritisiert die Gruppe Zwischengeschlecht.org, dass zur heutigen Demonstration in Köln Intergeschlechtliche mal eben wieder „vergessen“ wurden. Sie schreibt unter anderem: „Intersex-Genitalverstümmelungen werden nirgends konkret erwähnt, noch wurden Intersex-Betroffenenorganisationen informiert oder eingeladen. Zwischengeschlecht.org bedauert dies und ruft die beteiligten Organisationen dazu auf, künftig auch Intersex-Genitalverstümmelungen angemessen zu berücksichtigen, und insbesondere die langjährige Hauptforderung der Betroffenen nach einem gesetzlichen Verbot von medizinisch nicht notwendigen, kosmetischen Genitaloperationen an Kindern mit „atypischen“ körperlichen Geschlechtsmerkmalen aktiv zu unterstützen! Umso mehr, als übernächsten Donnerstag 16.05.2013 im Bundestag drei konkrete Anträge beraten werden, die explizit ein Verbot von Intersex-Genitalverstümmelungen fordern und von Zwischengeschlecht.org und weiteren Betroffenenverbänden ausdrücklich befürwortet werden (17/13253, 17/12851 und 17/12859).“ (Pressemitteilung Zwischengeschlecht.org, Hervorhebungen ausgelassen)

Gleichzeitig kritisiert Zwischengeschlecht.org, dass unter den Beteiligten der Demonstration sogar diejenigen seien, die die geschlechtszuweisenden Eingriffe gegen intergeschlechtliche Menschen vornehmen. So sei der „Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ)“ beteiligt, deren Mitgliedsverband, die „‚Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ)‘ z.B. kosmetische ‚Klitorisverkleinerungen‘, und ‚Vaginalerweiterungen‘ an wehrlosen Kleinkindern ‚in Deutschland im ersten Lebensjahr‘ [fordert] (AWMF-Leitlinie 027/047 ‚Adrenogenitales Syndrom‘, vgl. ebenso AWMF-Leitlinie 027/022 ‚Störungen der Geschlechtsentwicklung‘). Und Mitglieder der beim BVKJ angeschlossenen ‚Vereinigung Leitender Kinderärzte und Kinderchirurgen Deutschlands (VLKKD)‘ propagieren und praktizieren komplikationsträchtige kosmetische ‚Hypospadiekorrekturen‘ an wehrlosen Kleinkindern explizit ‚auch aus ästhetisch-psychologischen Gründen‘ (AWMF-Leitlinie 006/026 ‚Hypospadie‘).“ (ebd., Hervorhebungen ausgelassen)

„Männerrechtler“ stellen nicht die medizinische Definitionshoheit in Frage – sie wollen genau diese Definitionsmacht! Und auch die beteiligten Ärzte verfolgen andere Interessen als die Selbstorganisationen der Intergeschlechtlichen. Würden sie die eigene Definitionsmacht in Bezug auf Intergeschlechtlichkeit in Frage stellen, würden sie eigenes Prestige und eigene Verdienstmöglichkeiten aufgeben müssen. Das wäre für weiße Männer dann wirklich zuviel…

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • Add to favorites
  • MisterWong

Morgen, 7. Mai 2013, Hamburg: Buchvorstellung „Biologie & Homosexualität“

Gern nutze ich die Gelegenheit auf die morgige (7. Mai) Buchvorstellung von „Biologie & Homosexualität“ in der schwul, lesbisch und queer gut sortierten Buchhandlung „Männerschwarm“ in Hamburg hinzuweisen. Also: 7. Mai, 20 Uhr, Männerschwarm (Lange Reihe 102, Hamburg).

Ausgehend von der Genese des Homosexualitäts-Diskurses erläutert der Biologe Heinz-Jürgen Voß die damit verbundenen biologischen Theorien. Dabei stehen Theorien der Keimdrüsen- und Hormonforschung, der Genetik, Neurobiologie und Evolutionsbiologie sowie ihre jeweiligen Methoden im Fokus. Der Autor arbeitet heraus, dass die Forschung vielfach von dem Ziel geleitet war, gleichgeschlechtliches sexuelles Begehren auszulöschen.
Susanne Billig beurteilte das Buch bei Deutschlandradio Kultur: „Es war die größte Massenheilung der Geschichte: Als die Weltgesundheitsorganisation 1991 die Homosexualität aus der ‚Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD)‘ strich, wurden Abermillionen gleichgeschlechtlich Liebender schlagartig von psychisch schwerkranken zu kerngesunden Menschen. […] Präzise fühlt der Autor auch den jüngsten biologischen Begründungen auf den Zahn. Weder die Hirnforschung (Region INAH3 im Hypothalamus) noch die molekulare Genetik (das ‚Schwulen-Gen‘ Xq28) vermögen ihn zu überzeugen. Zu vage ist die Datenlage, zu gewollt die Interpretation. Für naiv hält Heinz-Jürgen Voß allerdings auch die Hoffnung der Szene, mit dem Verweis auf die biologische Natürlichkeit homosexuellen Verhaltens die Diskriminierung einzudämmen. […] Heinz-Jürgen Voß ist keiner, der populärwissenschaftlich auf die Pauke haut. Auch sein neues Buch führt er nah an fachwissenschaftlichen Gepflogenheiten. […] und seine spannenden Recherche-Früchte präsentiert der Autor auf schmalen 88 Seiten.“

Informationen zum Buch finden sich beim Verlag; eine Übersicht über weitere Bücher hier.
Und es kann direkt bei Männerschwarm bestellt oder morgen gleich mitgenommen werden.
Eine Übersicht über die weiteren im Mai geplanten Veranstaltungen findet sich hier.

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • Add to favorites
  • MisterWong

Vorankündigung, Buch: Queer und (Anti-) Kapitalismus

Im Herbstprogramm des Schmetterling-Verlags erscheint das Buch „Queer und (Anti-) Kapitalismus“, von Heinz-Jürgen Voß & Salih Alexander Wolter, ISBN 3-89657-061-7 .
Die Vorankündigung beim Verlag findet sich hier.

Cover: Queer und (Anti-) Kapitalismus

Klappentext:
Die ‹Erfolgsgeschichte› der bürgerlichen Homo-Emanzipation in den westlichen Industriestaaten während der letzten Jahrzehnte fällt mit der neoliberalen Transformation der Weltwirtschaft zusammen. Während vor allem weiße schwule Männer Freiheitsgewinne verbuchen, kommt es zu einem entsolidarisierenden Umbau der Gesellschaft, verbunden mit zunehmend rassistischen Politiken im Innern; zugleich dient der ‹Einsatz für Frauen- und Homorechte› als Begründung für militärische Interventionen im globalen Süden. Dabei waren es schon 1969 in der New Yorker Christopher Street «[S]chwarze und Drag Queens/Transgender of colour aus der Arbeiterklasse», die den Widerstand gegen heteronormative Ausgrenzung und Gewalt trugen und «sich in Abgrenzung zu weißen Mittelklasse-Schwulen und [-]Lesben ‹queer› nannten, lange bevor deren akademische Nachfahren sich diese Identität aneigneten» (Jin Haritaworn). Doch auch hierzulande sind es die queer People of Color, die aktivistisch wie theoretisch gesamtgesellschaftliche Perspektiven jenseits des gängigen Homonationalismus entwickeln.
Im Band betrachten wir die aktuell viel diskutierten Ansätze einer ‹queer-feministischen Ökonomiekritik› vor dem Hintergrund queerer Bewegungsgeschichte. Wir zeigen mögliche Verbindungen zum ‹westlichen Marxismus› Antonio Gramscis, zum postkolonialen Feminismus Gayatri Chakravorty Spivaks, zu den ‹Eine-Welt›-Konzepten von Immanuel Wallerstein und Samir Amin auf. Wegweisend ist für uns ein intersektionales Verständnis, wie es Schwarze Frauen und queere Migrant_innen in der Bundesrepublik bereits seit den 1980er Jahren erarbeitet haben. Uns interessiert in diesem Band, wie Geschlecht und Sexualität – stets verwoben mit Rassismus – im Kapitalismus bedeutsam sind, sogar dort erst aufkommen oder funktional werden. Theoretisch, historisch und immer mit Blick auf Praxis untersuchen wir die Veränderungen der Geschlechter- und sexuellen Verhältnisse der Menschen unter zeitlich konkreten kapitalistischen Bedingungen. Wem nützen die geschlechtlichen und sexuellen Zurichtungen der Menschen im Kapitalismus, und was lässt sich aus den historischen und aktuellen Kämpfen für queere Kapitalismuskritik lernen?

Schlagworte:
Queer, Geschlecht, Sexualität, Rassismus, Kapitalismus, Antonio Gramsci, Gayatri Chakravorty Spivak, Samir Amin, Jacques Derrida

Biographische Notizen:
Heinz-Jürgen Voß ist antirassistisch und queer-feministisch politisch aktiv und arbeitet u. a. zu Queer & Kapitalismuskritik und zu biologisch-medizinischen Geschlechtertheorien. 2010 promovierte er_sie zur «Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch-medizinischer Perspektive». Im Schmetterling-Verlag ist bereits sein_ihr Band «Geschlecht: Wider die Natürlichkeit» erschienen.
Salih Alexander Wolter engagiert sich aktivistisch und publizistisch gegen Rassismus und für eine linke Queerpolitik. Beiträge u. a. in dem von Koray Yılmaz-Günay herausgegebenen Reader «Karriere eines konstruierten Gegensatzes: zehn Jahre ‹Muslime versus Schwule›» (2011, Neuausgabe 2013). Gemeinsam mit Zülfukar Çetin und Heinz-Jürgen Voß Autor des Bandes «Interventionen gegen die deutsche ‹Beschneidungsdebatte›» (2012).

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • Add to favorites
  • MisterWong

„Gott“ und Geschlecht – Diskussionen beim Evangelischen Kirchtag in Hamburg

Bei der gestrigen Veranstaltung „Wie wird Geschlecht geprägt?“ – sie war sehr gut besucht, ca. 500 bis 600 Interessierte füllten den Saal – ging es um queer-feministische Perspektiven auf Geschlecht. Es diskutierten Muriel Aichberger, Antje Schrupp und ich (Marie Tomicic musste leider absagen); Moderation: Dieter Rothardt. Deutlich wurde, dass Geschlecht individuell und vielfältig ist und sich nicht binär darstellen lässt. Dazu ist auch ein guter Beitrag in der Zeitung des Kirchentages erschienen. Lediglich eine kleine Quellenangabe ist im Beitrag nicht korrekt angemerkt: Die theologische Perspektive zitierte ich aus der sehr guten Diplomarbeit von Conrad Krannich „Intersexualität als theologische Herausforderung“ (Halle-Wittenberg, 2013). Konkret habe ich vorgelesen:

„Die biologisch-medizinische Perspektive auf Geschlechtlichkeit verweist darauf, dass sich Geschlecht vielmehr als Kontinuum mit graduellen Unterschieden darstellt denn als dichotom-binär mit möglichen Zwischentönen. Der gewöhnliche kategorial-begriffliche Rahmen zur Beurteilung von geschlechtlicher Eindeutigkeit und Nichteindeutigkeit versagt, zeigt sich Geschlecht doch als mehrdeutig, und zwar nicht nur im Sinne sexueller Orientierung oder geschlechtlich interpretierter sozialer Rolle, sondern schon als biologisches Geschlecht. […] Theologisch wurde Geschlecht und die faktische geschlechtliche Nichteindeutigkeit mithilfe des Leibbegriffs umrissen: Die geschlechtliche Vieldeutigkeit und Nichteindeutigkeit muss theologisch genauer bestimmt werden als Aspekt des Leibes, der als Ganzer letztlich unerschlossen, unverständlich und unverfügbar bleibt. Geschlecht als soziale Kategorie wurde unter Zuhilfenahme des Lehrstücks von der Schöpfungsordnung thematisiert: In dieser Perspektive erscheint Geschlecht nicht nur als präskriptiver Begriff (im Sinne einer Kongruenzforderung von Geschlechtsrolle, Sexualität und biologischem Geschlecht) unhaltbar; schon als deskriptiver Begriff ist Geschlecht theologisch nur schwer plausibilisierbar. Gott schuf sie nicht nur als Mann und Frau. Und ihre Erschaffung gipfelt nicht in ihrer Geschlechtlichkeit. Gott schuf sie für sich und füreinander – das ist die [] eigentliche Pointe der Schöpfungsberichte und die zentrale christliche Aussage über den Menschen als relationalem Wesen. Die Engführung von personaler Identität auf reproduktive Fähigkeiten und ein damit gefordertes Festhalten an Geschlechterkategorien als theologischen Fixpunkten kann biblisch und systematisch-theologisch nicht begründet werden.“ (Krannich 2013: 49f)

Ich hoffe, dass die gründliche Untersuchung Krannichs auch in den Kirchen Debatten anstößt, damit auch sie sich endlich deutlich gegen die geschlechtszuweisenden Eingriffe bei intergeschlechtlichen Kindern (Intersexualität) aussprechen. Die Veranstaltung(en) beim Evangelischen Kirchentag in Hamburg haben hier einige Debatten gut befeuert – und stießen und stoßen auf großes Interesse.

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • Add to favorites
  • MisterWong

Wichtiger Antrag der SPD zu Intergeschlechtlichkeit (Intersexualität) – wichtige Korrektur im Vergleich zu den Anträgen der anderen Oppositionsparteien

Nach den Fraktionen Die.Linke und Bündnis 90 / Die Grünen hat nun auch die SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag einen wichtigen Antrag für intergeschlechtliche Menschen vorgelegt. Alle drei Anträge sind nahezu gleichlautend, die SPD nimmt aber eine unscheinbare aber wichtige Korrektur vor. So schreibt sie an zentraler Stelle: „Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung daher dazu auf, sicherzustellen, dass geschlechtszuweisende und -anpassende Operationen an minderjährigen intersexuellen Menschen vor deren Einwilligungsfähigkeit verboten werden.“ Hingegen hatten die beiden anderen Parteien noch geschrieben „…Einwilligungsfähigkeit grundsätzlich verboten werden“ und damit durch das „grundsätzlich“ die Tür für geschlechtszuweisende Eingriffe weiter offen gelassen. Aber in allen drei Anträgen – so gut sie in vielen Forderungen und so richtig sie in der Tendenz sind – bleibt die Medizin weiterhin zentrale Instanz. Unentwegt sollen Mediziner_innen gefragt werden und sollen sie entscheiden. Hingegen fordern die Selbstorganisationen intergeschlechtlicher Menschen neben dem Verbot der geschlechtszuweisenden Eingriffe auch das Ende der Entscheidungshoheit der Medizin. Intergeschlechtlichkeit soll selbstverständlicher Bestandteil von Gesellschaft werden. Und es gilt die Eigeninteressen des medizinischen Systems im Blick zu haben: Es geht um Macht, Definitionsmacht und um Geld – wie im Jahr 2000 Michel Reiter klar benannte.

Mit den Anträgen wird es aktuell möglich das Verbot der geschlechtszuweisenden Eingriffe bei intergeschlechtlichen Minderjährigen durchzusetzen und Opfer der Behandlungen zu entschädigen. Es wird auch möglich, zumindest punktuell Mediziner_innen für Eingriffe juristisch zur Verantwortung zu ziehen, wenn sie wider besseres Wissen Patient_innen schädigenden Eingriffen unterzogen haben – die Outcome-Studien zu den desaströsen Folgen der geschlechtszuweisenden Eingriffe und den häufigen schweren Komplikationen liegen schließlich nicht erst seit heute klar vor (vgl. Voß: Intersexualität – Intersex: Eine Intervention. Münster 2012: Unrast).

Aber: Weiteres Streiten ist notwendig, damit nicht 1) Medizin zentral bleibt und damit nicht 2) das Verbot von medizinischen Eingriffen bei intergeschlechtlichen Minderjährigen aufgeweicht oder eingeengt wird.

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • Add to favorites
  • MisterWong

Vorträge im Mai 2013: Herstellung biologischen Geschlechts / Intergeschlechtlichkeit / Biologie und Homosexualität / Interventionen gegen Beschneidungsdebatte / Queere Kapitalismuskritik

Im Mai 2013 finden die folgenden Vorträge statt:
(Heinz-Jürgen Voß)

28. April, Leipzig: reality*show – science cafe – offene Gesprächsrunden: An ‚meinem Tisch‘: „Queer_feministische Kapitalismuskritik“. Infos in Kürze hier.

2. Mai, Hamburg, Kirchentag – Zentrum Geschlechtergerechtigkeit: „Geschlecht: Neurobiologische Prägung, soziale Konstruktion?“ Infos unter anderem hier.

7. Mai, 20 Uhr, Hamburg, Männerschwarm Buchladen (Lange Reihe 102): Buchvorstellung „Biologie & Homosexualität: Theorie und Anwendung im gesellschaftlichen Kontext“. Infos hier.

10. Mai, Bonn: Queer*Fem_fest: „Kein Geschlecht oder viele – warum es biologisch “Frau” und “Mann” nicht gibt“. Infos hier.

11. Mai, Berlin: MARX IS MUSS: Podiumsdiskussion „Die Beschneidungsdebatte und ihre Konsequenzen“ – ich vertrete die Autoren des Buches „Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“". Infos hier.

15. Mai, Dresden: TU Dresden, SchLaU: „Biologie & Homosexualität“ – Buchvorstellung, Input, Diskussion. Infos hier.

22. Mai, Darmstadt: AStA-Referat für politische Bildung der Evangelischen Hochschule Darmstadt: „Making Sex“ – auch biologisches Geschlecht ist gesellschaftlich gemacht. Infos folgen.

23. Mai, Fulda: Hochschule: „Biologie & Homosexualität“ – Buchvorstellung, Input, Diskussion. Infos folgen.

24. – 26. Mai, Schwarzwald: Action, Mond & Sterne-Camp: 1) „Making Sex: Auch biologisches Geschlecht ist gesellschaftlich gemacht“ / 2) „Queer-Feminismus & Antikapitalismus: Gerechte Gesellschaft machen wir!“ Infos hier.

28. Mai, Ludwigsburg: DemoZ: „Biologie & Homosexualität“ – Buchvorstellung, Input, Diskussion. Infos hier.

30. Mai, Weimar: IDAHO: “Die Auslöschung geschlechtlicher und sexueller Pluralität seit der europäischen Moderne“. Infos hier.

31. Mai / 1. Juni, Regensburg: CSD-Veranstaltungen: 1) „Biologie & Homosexualität“ – Buchvorstellung, Input, Diskussion / 2) Podiumsdiskussion beim Straßenfest. Infos in Kürze hier. (Fällt wegen starkem Regen aus! – Der CSD findet ein oder zwei Wochen später statt)

5. Juni, Saarbrücken: Universität des Saarlandes, im Rahmen der Reihe „Gender überall!? Einführung in die interdisziplinäre Geschlechterforschung“: „Das Ein-Geschlechter-Modell der „modernen“ biologisch-medizinischen Wissenschaften”. Infos hier.

6. Juni, Heidelberg: Campuscamp: „Intersex / Intergeschlechtlichkeit: Nach der (problematischen) Stellungnahme des Deutschen Ethikrates und den weiteren Entwicklungen ist weiteres Streiten erforderlich“. Infos hier.

7. – 9. Juni, Thüringen: e*camp – gegen kapitalismus und sein geschlechterverhältnis: 1) „Intersex / Intergeschlechtlichkeit: Nach der (problematischen) Stellungnahme des Deutschen Ethikrates und den weiteren Entwicklungen ist weiteres Streiten erforderlich“ / 2) „Queer & Kapitalismuskritik: Gerechte Gesellschaft machen wir!“. Infos hier.

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • Add to favorites
  • MisterWong

Neue Rezensionen: Biologie & Homosexualität / Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“ / Geschlecht: Wider die Natürlichkeit

Es sind einige neue Besprechungen der Bücher „Biologie & Homosexualität“, „Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“" und „Geschlecht: Wider die Natürlichkeit“ erschienen. Hier kurze Auszüge und Verlinkungen:

In der Münster’schen Zeitschrift für Lesben „Lexplosiv“ wurde das Buch „Biologie & Homosexualität: Theorie und Anwendung im gesellschaftlichen Kontext“ rezensiert. Die Autor_in folgert:
„Das im handlichen Format erschienene Buch beleuchtet auch für Laien verständlich die Hintergründe der verschiedenen Theorien, erklärt die Zusammenhänge und stellt die immer noch starren gesellschaftlichen Geschlechterkategorien zu Recht in Frage. Und wer sich näher mit dem Thema befassen möchte: am Ende des Buches gibt es eine ausführliche Literaturliste.“ Lexplosiv, Nr. 44, S.17;

Eine Übersicht über bisher erschienene Rezensionen findet sich hier.
Weitere Informationen zum Buch gibt es hier.

In Stimme – Zeitschrift der Initiative Minderheiten besprach Petra M. Springer „Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“" und schreibt unter anderem:
„Die Autoren weisen darauf hin, dass die Beschneidungsdebatte als Teil des Integrationsdiskurses zu sehen ist. Es werde nicht gleichberechtigt diskutiert und man könne nicht körperliche Selbstbestimmung und Religion einfach gegenüberstellen. Die Diskussion finde in einem gesellschaftlichen Rahmen statt, der von normativen Setzungen und von Herrschaft geprägt ist. Vor allem die westliche, weiße, primär männliche, heteronormative und christlich/protestantische Gesellschaft würde sich aufgrund der Beschneidung von Muslimen und Juden bedroht fühlen. Unter dem Deckmantel der Menschen- und Kinderrechte verberge sich letztendlich anti muslimischer Rassismus und latenter Antisemitismus.“ Petra M. Springer, in: Stimme – Zeitschrift der Initiative Minderheiten, Nr. 86, S.33; zur Zeitschrift.

Eine Übersicht über bisher erschienene Rezensionen findet sich hier.
Infos zum Buch gibt es hier.

Stefan Wallaschek rezensierte auf dem Soziologieblog das Buch „Geschlecht: Wider die Natürlichkeit“. In der Besprechung heißt es unter anderem:
„Damit lässt sich Voß‘ Einführungswerk einerseits in die aktuelle (konstruktivistisch-geprägte) Debatte um die Interdependenz von sex und gender einordnen: Keines von beidem ist vorgelagert, sondern beide Kategorien konstruieren sich gegenseitig und unterliegen zudem einem Bedeutungswandel […]. Andererseits ebnet er mit seiner geschlechtssensitiven Analyse der bio-medizinischen Erkenntnisse den Weg für weitere sozialwissenschaftliche Forschung im Bereich der Foucault’schen Bio- und Genpolitik […]. Hilfreich sind in dem Buch nicht nur die Schaubilder, sondern auch die sogenannten „Exkurse“: hervorgehobene Stellen, die entweder über einige Seiten Ausschnitte aus Originaltexten wiedergeben, biografische Inhalte präsentieren oder tiefergehende Kritik an einflussreichen Studien äußern. Zusammen mit kurzen Weiderholungen der bisherigen Aussagen des Buches am Anfang jedes größeren Kapitels wird damit der Textfluss belebt und die Verständlichkeit, vor allem für Einsteiger_innen, erhöht. Durch die zahlreichen Verweise auf Originalquellen und Schriften aus der Praxis von z. B. queer-feministischen Gruppen lohnt sich das Lesen auch für Fortgeschrittene und regt an, sich mit diesen weiter auseinanderzusetzen und ihr_sein Wissen praktisch anzuwenden.“ Stefan Wallaschek, Soziologieblog, 23.4.2013, hier im Volltext online;

Eine Übersicht über bisher erschienene Rezensionen findet sich hier.
Weitere Informationen zum Buch gibt es hier.

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • Add to favorites
  • MisterWong

Als „schlecht“ und nicht aussagekräftig evaluiert: Studien der Neurowissenschaften weisen oft zu geringe Stichprobengrößen und ermittelte Effekte auf

Neurobiologische Studien weisen erhebliche methodische Schwächen auf, die die Ergebnisse und Ableitungen als abenteuerlich erscheinen lassen. Zu diesem Ergebnis kommen Forschende der University of Bristol (Großbritannien). Sie führten dazu einen umfassenden Review durch und ermittelten, dass zahlreiche der Studien viel zu kleine Stichproben und nur geringe ermittelte Effekte aufwiesen. Der Beitrag „Power failure: why small sample size undermines the reliability of neuroscience“ (Nature Reviews Neuroscience 14, 365-376 (May 2013) | doi:10.1038/nrn3475) ist über Universitätsbibliotheken oft online frei zugänglich ( Artikel ). Ein kurzer Beitrag zur Studie findet sich auch in der Süddeutschen Zeitung ( hier ). In der SZ heißt es: „[Das Ergebnis der Bristoler Forschungsgruppe] lautet kurzgefasst: Die meisten aktuellen neurowissenschaftlichen Ergebnisse sind unzuverlässig und zeugen von wenig effizienter, eigentlich überflüssiger Forschung. Die Autoren klagen: ‚Schwache statistische Aussagekraft ist ein endemisches Problem in den Neurowissenschaften.‘“

Auf diese Probleme explizit neurowissenschaftlicher Studien zu Geschlecht hatten schon Anne Fausto-Sterling (Myths of Gender; Sexing the Body) und Sigrid Schmitz (Wie kommt Geschlecht ins Gehirn?) hingewiesen. (Vgl. dazu auch „Geschlecht: Wider die Natürlichkeit“ (S.124-127) und „Biologie & Homosexualität: Theorie und Anwendung im gesellschaftlichen Kontext“ (S.40-51) [Heinz-Jürgen Voß])

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • Add to favorites
  • MisterWong

„double blind“: Zum Ursprung von Wissen im biologisch-medizinischen Bereich

Raum-21.org: Bei Marion Denis’ Arbeit »double blind« handelt es sich um eine künstlerische Untersuchung des Ursprungs von Wissen im biologisch-medizinischen Bereich. Sie wirft einen genauen Blick auf die naturwissenschaftlichen Prozesse, die sich mit dem chromosomalen Geschlecht beschäftigen. Am meisten interessiert Denis dabei die Herstellung von wissenschaftlichen Tatsachen und die Wirkmacht von Normierungen. Mit welcher Methode soll das biologische Geschlecht erkannt und festgelegt werden? Wie und womit nehmen Forschende wahr? Wie produzieren sie ihre Bilder?

Die Arbeit »double blind« besteht aus zwei fotografischen Teilen. Zum einen Schwarzweißfotos, die von der Laborleiterin eines humangenetischen Labors fotografiert wurden. Sie wurde gebeten, die Dinge abzulichten, die wichtig für ihre Arbeit sind. Der andere Teil zeigt von Marion Denis aufgenommene Farbfotos. Diese verfolgen den Prozess einer Chromosomendarstellung im Labor. Den Textteil von »double blind« bildet ein Gespräch zwischen Marion Denis und oben erwähnter Biologin, welches um Erkenntnissuche und Laborerfahrungen kreist.

Das Buch »double blind« wurde 2012 vom Berliner Verlagshaus Revolver Publishing veröffentlicht. Die Texte wurden von Stefanie Kreuzer und Heinz-Jürgen Voß verfasst.

Ausführlich bei Raum-21.
Informationen zum Buch.
Homepage von Marion Denis.

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • Add to favorites
  • MisterWong

Vorträge im April: Herstellung biologischen Geschlechts / Queere Kapitalismuskritik / „Biologie & Homosexualität“

Im April 2013 finden die folgenden Vorträge statt…
Die Vorträge im Mai finden sich hier.

(Heinz-Jürgen Voß)

7. April, Kempten: Initiativgruppe Offener Raum: „Making Sex – Auch biologisches Geschlecht ist gemacht“ Infos unter anderem hier.

7. April, Kempten: Initiativgruppe Offener Raum: „Queer und Antikapitalismus – Gerechte Gesellschaft machen wir!“ Infos unter anderem hier.

10. April, Bielefeld, Asta der FH Bielefeld: „‚Homosexualität‘ und Biologie“ Infos hier.

15. April, Ilmenau, TU Ilmenau (Aktionswoche für einen diskriminierungsfreien Campus gegen Sexismus und Homophobie): „Was ist Geschlecht – Biologie oder Erziehung?“ Infos hier.

17. April, Frankfurt/Main, Frankfurter SchWule – Autonomes Schwulenreferat der Universität: „Queerfeministische Kapitalismuskritik!“ Infos in Kürze hier.

18. April., Dresden, Offenes Antifa Treffen: Buchvorstellung „Geschlecht: Wider die Natürlichkeit“. Infos hier.

28. April, Leipzig: reality*show – science cafe – offene Gesprächsrunden: An ‚meinem Tisch‘: „Queer_feministische Kapitalismuskritik“. Infos in Kürze hier.

2. Mai, Hamburg, Kirchentag – Zentrum Geschlechtergerechtigkeit: „Geschlecht: Neurobiologische Prägung, soziale Konstruktion?“ Infos unter anderem hier.

7. Mai, 20 Uhr, Hamburg, Männerschwarm Buchladen (Lange Reihe 102): Buchvorstellung „Biologie & Homosexualität: Theorie und Anwendung im gesellschaftlichen Kontext“. Infos hier.

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • Add to favorites
  • MisterWong