Das Ende des Sex: Biologisches Geschlecht ist gemacht. http://DasEndeDesSex.blogsport.de sex: engl., für biologisches bzw. körperliches "Geschlecht" Sat, 05 Oct 2013 20:29:56 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Umzug auf www.dasendedessex.de http://DasEndeDesSex.blogsport.de/2013/08/31/umzug-auf-www-dasendedessex-de/ http://DasEndeDesSex.blogsport.de/2013/08/31/umzug-auf-www-dasendedessex-de/#comments Sat, 31 Aug 2013 08:37:11 +0000 Administrator Allgemein Rezensionen LiteraturTipps Vorträge Veröffentlichungen http://DasEndeDesSex.blogsport.de/2013/08/31/umzug-auf-www-dasendedessex-de/ Liebe Leute, am 1. Juni 2013 ist dieses Blog umgezogen. Ihr findet es von nun an unter der Domain www.dasendedessex.de. Dort findet Ihr dann – wie gewohnt – regelmäßig Beiträge rund um Biologie und Geschlecht sowie zu konkretem Streiten gegen Gewalt im Zweigeschlechtersystem. Dort werden auch die Listen zu lesenswerter Literatur, zu Rezensionen, zu eigenen Büchern und Vorträgen weiter aktualisiert. Bitte aktualisiert eure Verlinkung auf: www.dasendedessex.de – lieben Dank! Liebe Grüße Heinz / Heinz-Jürgen Voß

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Buch NEU erschienen: “Queer und (Anti-)Kapitalismus” http://DasEndeDesSex.blogsport.de/2013/08/31/buch-neu-erschienen-queer-und-anti-kapitalismus/ http://DasEndeDesSex.blogsport.de/2013/08/31/buch-neu-erschienen-queer-und-anti-kapitalismus/#comments Sat, 31 Aug 2013 08:34:14 +0000 Administrator Allgemein Veröffentlichungen http://DasEndeDesSex.blogsport.de/2013/08/31/buch-neu-erschienen-queer-und-anti-kapitalismus/ Das Buch “Queer und (Anti-) Kapitalismus” ist nun erschienen und kann ab sofort beim Verlag bestellt und bei jeder Buchhandlung bezogen werden!

Voß, Heinz-Jürgen / Wolter, Salih Alexander:
Queer und (Anti-)Kapitalismus

Schmetterling-Verlag
1. Auflage 2013 / 160 Seiten / 12,80 EUR
ISBN 3-89657-061-7

Klappentext:
Die ‹Erfolgsgeschichte› der bürgerlichen Homo-Emanzipation in den westlichen Industriestaaten während der letzten Jahrzehnte fällt mit der neoliberalen Transformation der Weltwirtschaft zusammen. Während vor allem weiße schwule Männer Freiheitsgewinne verbuchen, kommt es zu einem entsolidarisierenden Umbau der Gesellschaft, verbunden mit zunehmend rassistischen Politiken im Innern; zugleich dient der «Einsatz für Frauen- und Homorechte» als Begründung für militärische Interventionen im globalen Süden. Dabei waren es schon 1969 in der New Yorker Christopher Street «[S]chwarze und Drag Queens/Transgender of colour aus der Arbeiterklasse», die den Widerstand gegen heteronormative Ausgrenzung und Gewalt trugen und «sich in Abgrenzung zu weißen Mittelklasse-Schwulen und [-]Lesben ‹queer› nannten, lange bevor deren akademische Nachfahren sich diese Identität aneigneten» (Jin Haritaworn). Doch auch hierzulande sind es die queer People of Color, die aktivistisch wie theoretisch gesamtgesellschaftliche Perspektiven jenseits des gängigen Homonationalismus entwickeln.
Im Band betrachten wir die aktuell viel diskutierten Ansätze einer ‹queer-feministischen Ökonomiekritik› vor dem Hintergrund queerer Bewegungsgeschichte. Wir zeigen mögliche Verbindungen zum ‹westlichen Marxismus› Antonio Gramscis, zum postkolonialen Feminismus Gayatri Chakravorty Spivaks, zu den «Eine-Welt›»Konzepten von Immanuel Wallerstein und Samir Amin auf. Wegweisend ist für uns ein intersektionales Verständnis, wie es Schwarze Frauen und queere Migrant_innen in der Bundesrepublik bereits seit den 1980er Jahren erarbeitet haben. Uns interessiert in diesem Band, wie Geschlecht und Sexualität – stets verwoben mit Rassismus – im Kapitalismus bedeutsam sind, sogar dort erst aufkommen oder funktional werden. Theoretisch, historisch und immer mit Blick auf Praxis untersuchen wir die Veränderungen der Geschlechter- und sexuellen Verhältnisse der Menschen unter zeitlich konkreten kapitalistischen Bedingungen. Wem nützen die geschlechtlichen und sexuellen Zurichtungen der Menschen im Kapitalismus, und was lässt sich aus den historischen und aktuellen Kämpfen für queere Kapitalismuskritik lernen?

Übersicht über bisher erschienene Rezensionen.

Weitere Informationen zum Buch.

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Radio „MDR Figaro“ zum Buch „Biologie & Homosexualität: Theorie und Anwendung im gesellschaftlichen Kontext“ http://DasEndeDesSex.blogsport.de/2013/05/31/radio-mdr-figaro-zum-buch-biologie-homosexualitaet-theorie-und-anwendung-im-gesellschaftlichen-kontext/ http://DasEndeDesSex.blogsport.de/2013/05/31/radio-mdr-figaro-zum-buch-biologie-homosexualitaet-theorie-und-anwendung-im-gesellschaftlichen-kontext/#comments Fri, 31 May 2013 16:57:23 +0000 Administrator Allgemein Buch:Homosexualität http://DasEndeDesSex.blogsport.de/2013/05/31/radio-mdr-figaro-zum-buch-biologie-homosexualitaet-theorie-und-anwendung-im-gesellschaftlichen-kontext/

Bei MDR Figaro – Das Kulturradio wurde zum Buch „Biologie & Homosexualität“ am heutigen 31. Mai 2013 ein Interview gesendet, das auch online nachgehört werden kann. In der Vorankündigung des Radios heißt es:

„Ist Homosexualität angeboren? Gibt es ein ’schwules‘ Gen? Oder gar eine homosexuelle Gehirnregion? Diese Fragen versuchen zahlreiche Studien seit Jahrzehnten zu klären – bislang ohne Erfolg. Dr. Heinz-Jürgen Voß wundert das nicht. In seinem Buch „Biologie & Homosexualität – Theorie und Anwendung im gesellschaftlichen Kontext“ wirft der Biologe einen Blick in die Geschichte und beleuchtet dabei, wie stark Sexualität und Wissenschaft verstrickt sind.“

Sendetermin: 31. Mai, 11:15 Uhr, bei MDR Figaro
Nachhören: mp3-Datei

Übersicht über bisher erschienene Rezensionen zum Buch.

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Veranstaltungen Juni 2013: Intergeschlechtlichkeit / Queer und Kapitalismuskritik / Interventionen gegen deutsche „Beschneidungsdebatte“ / Biologie und Homosexualität http://DasEndeDesSex.blogsport.de/2013/05/30/veranstaltungen-juni-2013-intergeschlechtlichkeit-queer-und-kapitalismuskritik-interventionen-gegen-deutsche-beschneidungsdebatte-biologie-und-homosexualitaet/ http://DasEndeDesSex.blogsport.de/2013/05/30/veranstaltungen-juni-2013-intergeschlechtlichkeit-queer-und-kapitalismuskritik-interventionen-gegen-deutsche-beschneidungsdebatte-biologie-und-homosexualitaet/#comments Thu, 30 May 2013 08:21:25 +0000 Administrator Allgemein Vorträge http://DasEndeDesSex.blogsport.de/2013/05/30/veranstaltungen-juni-2013-intergeschlechtlichkeit-queer-und-kapitalismuskritik-interventionen-gegen-deutsche-beschneidungsdebatte-biologie-und-homosexualitaet/ Im Juni 2013 finden die folgenden Vorträge statt:
(Heinz-Jürgen Voß)

30. Mai, Weimar: IDAHO: “Die Auslöschung geschlechtlicher und sexueller Pluralität seit der europäischen Moderne“. Infos hier.

5. Juni, Saarbrücken: Universität des Saarlandes, im Rahmen der Reihe „Gender überall!? Einführung in die interdisziplinäre Geschlechterforschung“: „Das Ein-Geschlechter-Modell der „modernen“ biologisch-medizinischen Wissenschaften”. Infos hier.

6. Juni, Heidelberg: Campuscamp: „Intersex / Intergeschlechtlichkeit: Nach der (problematischen) Stellungnahme des Deutschen Ethikrates und den weiteren Entwicklungen ist weiteres Streiten erforderlich“. Infos hier.

7. – 9. Juni, Thüringen: e*camp – gegen kapitalismus und sein geschlechterverhältnis: 1) „Intersex / Intergeschlechtlichkeit: Nach der (problematischen) Stellungnahme des Deutschen Ethikrates und den weiteren Entwicklungen ist weiteres Streiten erforderlich“ / 2) „Queer & Kapitalismuskritik: Gerechte Gesellschaft machen wir!“. Infos hier.

11. Juni, Berlin: Sonntagsclub: „Die Auslöschung geschlechtlicher und sexueller Ambiguität“. Infos hier.

13. Juni, Erfurt: Universität Erfurt: „Inventionen gegen die deutsche ‚Beschneidungsdebatte‘“. Infos hier.

18. Juni, Oldenburg: Universität Oldenburg: „Das schwule Gen?“. Infos hier (Uni) und hier (Leporello CSD).

19. Juni, Kassel: Universität Kassel: „Intersexualität – Intersex: Eine Intervention – weiteres Streiten ist erforderlich!“. Infos hier und hier. Zuvor gibt es bereits Raum für Diskussion.

23. Juni, Jena: Antirassistische Tage des Referats für Menschenrechte: „Intersexualität“ (Klassifizierung und Gewalt gegen Menschen im Kontext der europäischen Moderne (der Durchsetzung kapitalistischer Verhältnisse))“. Infos folgen.

27. Juni, Marburg: Universität Marburg: „Gender und Geschlecht in der Medizin“. Infos hier.

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Neue Rezensionen zu „Interventionen gegen die deutsche ‚Beschneidungsdebatte‘“ http://DasEndeDesSex.blogsport.de/2013/05/29/neue-rezensionen-zu-interventionen-gegen-die-deutsche-beschneidungsdebatte/ http://DasEndeDesSex.blogsport.de/2013/05/29/neue-rezensionen-zu-interventionen-gegen-die-deutsche-beschneidungsdebatte/#comments Wed, 29 May 2013 15:29:19 +0000 Administrator Allgemein Buch:Interventionen http://DasEndeDesSex.blogsport.de/2013/05/29/neue-rezensionen-zu-interventionen-gegen-die-deutsche-beschneidungsdebatte/ In den Zeitschriften ZAG – Antirassistische Zeitschrift und Rosen auf den Weg gestreut sind Besprechungen des Buches Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“ erschienen – hier kurz verlinkt:

In Rosen auf den Weg gestreut heißt es: „Mit Adorno, Horkheimer und Foucault arbeiten die Autoren die christliche Prägung des Konzepts der Religionsfreiheit, wie sie gegen die Beschneidung in Anschlag gebracht wird, heraus und kritisieren den normativen Anspruch der Wissenschaft in der kapitalistischen Gesellschaft. Im Alltag schlägt sich dieser in einem nicht nur fach-idiotischen Expertentum nieder […]. Der Band bietet wertvolle Argumente für Interventionen gegen den Antisemitismus und Rassismus, die in der Beschneidungsdebatte virulent geworden sind. Interventionen, die sich – auch wenn diese Debatte vorläufig vorbei ist – lohnen.“ (PDF-Volltext des insgesamt sehr empfehlenswerten Heftes)

ZAG – Antirassistische Zeitschrift bietet in Nummer 63 eine doppelseitige Schwerpunkt-Rezension von Andreas Nowak. Sie widmet sich zum Schluss den „Beschneidungsgegner_innen“ und fragt: „Was erhoffen sie sich durch die Abwertung anderer für sich selbst und welche Angebote machen sie an die Dominierenden und die Dominierten. Letztlich bleibt die Frage – und das ist die Gefahr – wie ihre Argumente in den dominanten Diskurs eingespeist werden und sich mit diesem amalgamieren, so dass diese Debatte womöglich nicht nur ein Sommertheater war, sondern eine tiefer greifende Veränderung der Diskurse und der Machtverteilung zuungunsten emanzipativer Kräfte bedeutet.“ Das Heft kann hier bestellt werden.

Übersicht über die bisher erschienenen Rezensionen.

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NS-Diagnose „Intersexualität“ – wichtige Anregung auf Zwischengeschlecht.org http://DasEndeDesSex.blogsport.de/2013/05/23/ns-diagnose-intersexualitaet-wichtige-anregung-auf-zwischengeschlecht-org/ http://DasEndeDesSex.blogsport.de/2013/05/23/ns-diagnose-intersexualitaet-wichtige-anregung-auf-zwischengeschlecht-org/#comments Thu, 23 May 2013 16:43:53 +0000 Administrator Allgemein http://DasEndeDesSex.blogsport.de/2013/05/23/ns-diagnose-intersexualitaet-wichtige-anregung-auf-zwischengeschlecht-org/ Zwischengeschlecht.org hat sehr wichtig und richtig darauf hingewiesen, dass bezüglich der Behandlung von intergeschlechtlichen Menschen in der Nazi-Zeit bisher nicht geforscht wurde (Beitrag hier). Aus dem Blick blieb dabei auch, wie Mediziner und Medizinerinnen, die in der Nazi-Zeit Karriere gemacht hatten, diese oft nach 1945 fortsetzen konnten – selbst dann wenn sie direkt in Menschenversuche in Konzentrationslagern verstrickt waren oder in ihren Forschungen direkt von solchen Menschenversuchen profitierten. Zwischengeschlecht.org liefert dankenswerter Weise erste gute Ansätze – gerade auch Namen, auf die ein weiterer Blick lohnt, um tatsächlich den Anteil von ganz konkreten Medizinern und Medizinerinnen an Menschenversuchen in den Blick bekommen und die Biographien aufarbeiten zu können. Auch nach 1945 nahmen einige Medizinerinnen und Mediziner nicht nur schwere Komplikationen bei Geschlechtszuweisungen in Kauf, sondern auch häufige Todesfälle – direkt aufgrund von Infektionen und weiteren Komplikationen der Eingriffe oder solche durch Suizid, weil Menschen die Behandlungen nicht ertrugen. Wissenschaftliche Aufarbeitungen sind dringend nötig – vielen Dank Zwischengeschlecht.org und weitere Beteiligte für die ersten Recherchen!

(Das vielfach NS-Karrieren weitergingen und wie auch Menschenversuche stattfanden, lässt sich auch bzgl. Homosexualität zeigen: Hier wurden bspw. in der BRD der 1960er und 70er Jahre so genannte „stereotaktische Gehirnoperationen“ durchgeführt (vgl. dazu im Buch „Biologie & Homosexualität“) – auch hier stehen die Aufarbeitungen weitgehend noch aus, gibt es bspw. zu dem Göttinger Protagonisten Fritz Roeder noch keine Biographie.)

In diesem Sinne: Wer ein Thema für eine Diplom- oder Doktorarbeit sucht: Hier ist es dringend. Zumindest rückblickend könnte so eine Entnazifizierung von Wissenschaft betrieben werden.

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Neue Rezensionen des Buches „Biologie & Homosexualität: Theorie und Anwendung im gesellschaftlichen Kontext“ http://DasEndeDesSex.blogsport.de/2013/05/23/neue-rezensionen-des-buches-biologie-homosexualitaet-theorie-und-anwendung-im-gesellschaftlichen-kontext/ http://DasEndeDesSex.blogsport.de/2013/05/23/neue-rezensionen-des-buches-biologie-homosexualitaet-theorie-und-anwendung-im-gesellschaftlichen-kontext/#comments Thu, 23 May 2013 16:23:38 +0000 Administrator Allgemein Buch:Homosexualität http://DasEndeDesSex.blogsport.de/2013/05/23/neue-rezensionen-des-buches-biologie-homosexualitaet-theorie-und-anwendung-im-gesellschaftlichen-kontext/ Es sind einige neue Rezensionen des Buches „Biologie & Homosexualität“ erschienen – hier kurze Auszüge:

Ulrike Kümel rezensierte „Biologie & Homosexualität“ auf Queer.de und schreibt unter anderem: „In seinem Band ‚Biologie & Homosexualität‘ beschäftigt sich Heinz-Jürgen Voß mit der noch immer ergebnislosen Forschung nach der ‚Ursache‘ der gleichgeschlechtlichen Liebe. [… Das Buch] bietet für Wissenschaftler_innen eine gute Arbeitshilfe. Es ist dennoch für interessierte Laien leicht verständlich, weil es gut gegliedert und lesbar geschrieben ist; zudem befindet sich am Ende eine ‚zusammenfassende Darstellung der zentralen Studien zur Biologie männlicher (und weiblicher) Homosexualität‘.“ Queer.de, hier online;

Gundula Hase schreibt in ihrer Buchempfehlung auf Die andere Welt: „Heinz-Jürgen Voß […] stellt heraus, dass Homosexualität historisch ein neues Konstrukt ist – Jahrtausende lang dachten Menschen weder heteronormativ noch zweigeschlechtlich, so dass keine Bedarf an der Erfindung einer homosexuellen Identität bestand. Es ist ein kleines und sehr kompakt geschriebenes Buch.“ Die andere Welt, hier online;

Zoltan Carnowasch schreibt als Rezension bei Amazon unter anderem: „Außergewöhnlich gut wird in diesem schmalen Band das ganze (populär-)wissenschaftliche Geschwafel rund um die Ursachen von Homosexualität hinterfragt, kritisiert und enttarnt.“ Und Gebirgsziege schließt an gleichem Ort an: „Das Büchlein ist zwar klein, gibt aber den aus meiner Sicht bislang fundiertesten Einblick in die biologischen Forschungen zu Homosexualität. Und es zeigt auch immer wieder, wie aus den Forschungsergebnissen medizinische Versuche abgeleitet wurden: Menschen wurden noch in der Bundesrepublik in Zwangssituation dazu genötigt, Eingriffe am Gehirn vornehmen zu lassen!“

Eine Übersicht über die bisher erschienenen Besprechungen findet sich hier.
Informationen zum Buch finden sich hier.

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Prozessbeginn in den USA – Intergeschlechtlichkeit (Intersexualität) http://DasEndeDesSex.blogsport.de/2013/05/15/prozessbeginn-in-den-usa-intergeschlechtlichkeit-intersexualitaet/ http://DasEndeDesSex.blogsport.de/2013/05/15/prozessbeginn-in-den-usa-intergeschlechtlichkeit-intersexualitaet/#comments Wed, 15 May 2013 12:27:01 +0000 Administrator Allgemein http://DasEndeDesSex.blogsport.de/2013/05/15/prozessbeginn-in-den-usa-intergeschlechtlichkeit-intersexualitaet/ Im Folgenden ist die Pressemitteilung von Zwischengeschlecht.org vom 15. Mai dokumentiert:

Zwischengeschlecht.org
Menschenrechte auch für Zwitter!

P R E S S E M I T T E I L U N G

Gestern Dienstag reichten in South Carolina die Eltern des mittlerweile 8-jährigen Inters*x-Kindes M.C. Klage ein u.a. gegen die Medical University of South Carolina und individuelle ÄrztInnen wegen Durchführung irreversibler und medizinisch nicht notwendiger Genitaloperationen. Dies ist nach dem „Zwitterprozess“ von Christiane Völling von 2007 und dem kommenden Prozess in Erlangen weltweit die 3. Klage gegen Inters*x-GenitalverstümmlerInnen.
Morgen Donnerstag debattiert der Deutsche Bundestag in seiner 240. Sitzung als weltweit erstes Parlament in erster Beratung über 3 Anträge, die ein explizites Verbot von Inters*x-Genitalverstümmelungen fordern sowie eine umfassende Aufarbeitung der menschenrechtswidrigen aktuellen Praxis (TOP 19 a-c).

--> Ausführliche Informationen + Quellen via Weblog Zwischengeschlecht.info

Die Eltern Mark und Pam Crawford reichten die Klage im Namen von M.C. am 14. Mai 2013 nach über 2-jähriger Vorbereitung ein.

Das von den VerstümmlerInnen als „echter Hermaphrodit“ klassifizierte Kind M.C. war im Alter von 16 Monaten sog. „feminisierenden Genitalkorrekturen“ unterworfen worden, während es sich in staatlicher Pflegeunterbringung befand. Dabei wurde wie üblich gesundes Genitalgewebe ohne medizinische Notwendigkeit weggeschnitten und in den Mülleimer geworfen (Penisentfernung/“Klitorisverkleinerung“ plus Entfernung von Hodengewebe). M.C. lebt inzwischen als Knabe.

Die Klage auf Verstoß gegen die US-Verfassung sowie auf Verletzung der medizinischen Berufspflicht wurde gleichzeitig auf Staates- und auf Bundesebene eingereicht.

Die Beklagten haben laut Klage gegen die „Due Process“-Klausel der US-Verfassung verstoßen, in dem sie M.C. „einer medizinisch nicht notwendigen Operation unterwarfen, die M.C.s Körper veränderte und und seine Fortpflanzungsfähigkeit dauerhaft verminderte ohne Mitteilung oder einer Anhörung um sicherzustellen, dass die Behandlung in M.C.s bestem Interesse war“.

Es sei nicht ordnungsgemäß über die erheblichen Risiken der Operation aufgeklärt worden oder über die Möglichkeit, darauf zu verzichten. Schlimmer noch, es sei „nicht einmal darüber aufgeklärt worden, dass der Eingriff medizinisch gar nicht notwendig war“. M.C. sei durch die Operation „möglicherweise sterilisiert worden und seine s*xuelle Empfindungsfähigkeit in hohem Maße vermindert, wenn nicht gar gänzlich zerstört worden“ .

M.C.s Mutter Pam Crawford: „Indem sie diese nicht notwendige Operation durchführten, sagten der Staat und die Ärzte M.C., so wie er auf die Welt kam, er sei nicht akzeptabel und liebenswert. Sie entstellten ihn, weil sie ihn nicht akzeptieren konten, wie er war – nicht, weil er Operationen gebraucht hätte. M.C. ist ein liebreizendes, bezauberndes und widerstandsfähiges Kind. Wir werden nicht aufhören, bis wir Gerechtigkeit erlangen für unseren Sohn.“

Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen mit „atypischen“ körperlichen Geschlechtsmerkmalen sowie „Menschenrechte auch für Zwitter!“.

Betroffene sollen später selber darüber entscheiden, ob sie Operationen wollen oder nicht, und wenn ja, welche.

Freundliche Grüße

n e l l a
Daniela Truffer
presse@zwischengeschlecht.info

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Neue Rezensionen von „Interventionen gegen die deutsche ‚Beschneidungsdebatte'‘“ und „Intersexualität – Intersex“ http://DasEndeDesSex.blogsport.de/2013/05/12/neue-rezensionen-von-interventionen-gegen-die-deutsche-beschneidungsdebatte-und-intersexualitaet-intersex/ http://DasEndeDesSex.blogsport.de/2013/05/12/neue-rezensionen-von-interventionen-gegen-die-deutsche-beschneidungsdebatte-und-intersexualitaet-intersex/#comments Sun, 12 May 2013 11:19:52 +0000 Administrator Allgemein Buch:Intersexualität Buch:Interventionen http://DasEndeDesSex.blogsport.de/2013/05/12/neue-rezensionen-von-interventionen-gegen-die-deutsche-beschneidungsdebatte-und-intersexualitaet-intersex/ Es sind zwei weitere Rezensionen erschienen, eine zu „Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“ in der Zeitschrift der Österreichischen HochschülerInnenschaft unique und eine zu „Intersexualität – Intersex: Eine Intervention“ in Querelles-net – Rezensionszeitschrift für Frauen- und Geschlechterforschung:

Hagen Blix schreibt in der unique (4/2013): „Im ersten Teil des Buches zeigen Zülfukar Çetin und Salih Alexander Wolter auf, dass das Verschmelzen von antimuslimischem Ressentiment und Antisemitismus in der Debatte kein Zufall ist. Die Grundstruktur der vorgebrachten Kritik ist von Argumentationsmustern einer protestantischen ‚Zivilisierungsmission‘ durchdrungen. […] Im zweiten Teil stellt der kritische Biologe Heinz-Jürgen Voß der ‚Wissenschaftlichkeit‘ der Beschneidungsgegner_innen eine Übersicht über medizinische Untersuchungen zur Beschneidung entgegen. Diese zeigen, dass deren Behauptungen so unhaltbar sind wie Vergleiche mit der Zwangsoperation Intersexueller oder weiblicher Genitalverstümmelung unangebracht und misogyn.“ zur vollständigen Rezension

Simone Emmert schreibt: „Die Intervention zu Intersexualität – Intersex erweist sich als ein kleines, aber feines Buch, das einen gelungenen Einstieg in die aktuelle politische Debatte gibt. Als besonders wertvoll lassen sich der Überblick und die Diskussion um die Ergebnisse der sogenannten Outcome-Studien ansehen; hieraus wird deutlich abgeleitet, dass geschlechtszuweisende chirurgische und/oder hormonelle Eingriffe intersexen Menschen eher schaden als nützen. Voß gibt damit eine der ersten wenigen publizierten kritischen Stellungnahmen aus wissenschaftlicher Aktivensicht ab. Das Buch ist flüssig und leicht verständlich geschrieben und macht Lust, sich weiter in das noch immer sehr konfliktbeladene und emotionale Thema um den Kampf auf Selbstbestimmung sowie um Respekt, Toleranz und Anerkennung von Vielfalt und Verschiedenheit einzulesen.“ Querelles-net (2/2013), zur vollständigen Rezension

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7. Mai: Ein Jahr nach dem Urteil des Kölner Landgerichts zur „Vorhautbeschneidung“ – der medizinethische Stand der Debatte http://DasEndeDesSex.blogsport.de/2013/05/07/7-mai-ein-jahr-nach-dem-urteil-des-koelner-landgerichts-zur-vorhautbeschneidung-der-medizinethische-stand-der-debatte/ http://DasEndeDesSex.blogsport.de/2013/05/07/7-mai-ein-jahr-nach-dem-urteil-des-koelner-landgerichts-zur-vorhautbeschneidung-der-medizinethische-stand-der-debatte/#comments Tue, 07 May 2013 12:52:13 +0000 Administrator Allgemein Buch:Interventionen http://DasEndeDesSex.blogsport.de/2013/05/07/7-mai-ein-jahr-nach-dem-urteil-des-koelner-landgerichts-zur-vorhautbeschneidung-der-medizinethische-stand-der-debatte/ Wider besseres Wissen finden sich heute – es jährt sich das Urteil des Kölner Landgerichts, das im vergangenen Jahr für so viel Kontroverse sorgte – in größeren Tageszeitungen und übrigen Medien weiterhin fehlerhafte Informationen zu den medizinischen Fragen rund um die Vorhautbeschneidung bei Jungen. Daher haben sich Dr. Matthias Zaft und ich (Dr. Heinz-Jürgen Voß) entschlossen, die Publikation eines zur Veröffentlichung vorgesehenen Beitrags vorzuziehen: Der (medizinethische) deutsche Diskurs über die Vorhautbeschneidung.

Während sich der vollständige Beitrag als pdf-Datei unter diesem Link findet, werden im folgenden Auszug - Kapitel 2 des Aufsatzes - insbesondere medizinische und medizinethische Stimmen zur Frage der Vorhautbeschneidung dargestellt und dabei auch personelle Verbindungslinien zwischen juristischem und medizinischem Diskurs nachgezeichnet (die Quellenangaben finden sich in der pdf-Datei; dort wurden auch einige Passagen deutlicher hervorgehoben).

2. Politische und medizinische Reaktionen
Die Reaktionen aus verantwortlichen politischen Kreisen – insbesondere den Bundestagsfraktionen – waren deutlich und unaufgeregt. Im Juli äußert sich Bundeskanzlerin Angela Merkel klar: „Ich will nicht, dass Deutschland das einzige Land auf der Welt ist, in dem Juden nicht ihre Riten ausüben können. Wir machen uns ja sonst zur Komiker-Nation“ (vgl. Spiegel 2012). Selbst Alice Schwarzer, seit den letzten Jahren oft mit rassistischen Positionierungen gegen Muslima aufgefallen, nimmt in dieser Frage eine klare Position für die Religionsfreiheit von Muslim_innen und Jüd_innen ein: „Die Verurteilung der männlichen Beschneidung halte ich für eine realitätsferne politische Correctness.“ Im Weiteren hebt sie die gesundheitlichen Vorteile der Vorhautbeschneidung hervor: „Etwa jeder dritte männliche Mensch weltweit ist beschnitten. Und das nicht nur aus religiösen oder kulturellen Gründen, sondern auch aus hygienischen. Bereits 2007 rieten sowohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch die UN dringend zur Beschneidung von Männern: als Prävention gegen Aids, Peniskrebs und Gebärmutterhalskrebs. Denn letzterer wird verursacht von einem verunreinigten männlichen Penis.“ (Schwarzer 2012)
Wichtige medizinische Kreise zeigten sich von dem Urteil erschüttert. Der Präsident der Bundesärztekammer Frank Ulrich Montgomery beurteilte das Urteil des Kölner Landgerichts als „für die Ärzte unbefriedigend und für die betroffenen Kinder sogar gefährlich“. Der Bundesverband der deutschen Urologen und – in gleichem Wortlaut – die Deutsche Gesellschaft für Urologie erklärte mit ähnlicher Sichtweise wie Montgomery und unter Verweis auf die begrenzte Reichweite des Kölner Urteils:

„Es handelt sich hier um eine sogenannte Güterabwägung, wobei das Gericht in der Urteilsbegründung selbst einräumt, dass auch die gegenteilige Auffassung vertretbar sei. Ein Gericht in München oder Hamburg könnte denselben Sachverhalt also durchaus anders bewerten. […] Endgültige Rechtssicherheit können nur ein höchstrichterliches Urteil oder der Gesetzgeber herbeiführen. […] Bei der Diskussion darüber, ob zukünftig rituelle Beschneidungen durch Ärzte rechtssicher durchgeführt werden können, sollte auch der Aspekt berücksichtigt werden, dass man rituelle Beschneidungen durch Gerichtsurteile in Deutschland nicht einfach abschaffen kann. Damit besteht die konkrete Gefahr, dass rituelle Beschneidungen vermehrt von medizinischen Laien durchgeführt werden.“ (DGU 2012, Juli)

Von diesen medizinischen Gesellschaften wurde die daraufhin von den Parlamentarier_innen gefundene und am 12.12.2012 verabschiedete Lösung – Gesetz „Umfang der Personensorge bei einer Beschneidung des männlichen Kindes“ (Drucksache 17/11295) – schließlich explizit begrüßt, da sie Rechtssicherheit für die Mediziner_innen schaffe (DGU 2012, Dezember).
Die Deutsche Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie verwies auf die Möglichkeit, dass auch mit der Vorhautbeschneidung traumatisierende Erfahrungen verbunden sein könnten, wobei es allerdings schwierig sei, ein singuläres Ereignis für Traumatisierungen verantwortlich zu machen. Deutlich warnt die Gesellschaft vor den traumatisierenden Auswirkungen, die mit der „Missachtung [von] kulturellen und religiösen Identität[en]“ und auch von „Migrationsschicksalen“ verbunden sein könnten – und regt zu einer toleranten gesellschaftlichen Aushandlung an:

„Im Sinne kumulativer Traumatisierungen wirken solche Umweltbedingungen leise und nachhaltig. Ein Eingriff in zentrale Elemente religiöser Identität kann von vielen Familien durchaus als Labilisierung, Verunsicherung und Missachtung in einem wesentlichen Kernpunkt ihres Lebens empfunden werden – mit ebenfalls gravierenden psychischen Folgen für die Kinder. In diesem Kontext gilt es daher, aus fachlichen Gründen sorgfältig zwischen verschiedenen möglichen psychischen Gefährdungen zu unterscheiden und nicht vorschnell ein singuläres, potentiell traumatisches Ereignis in den Vordergrund zu stellen. Der derzeitige Stand der Diskussion ist unseres Erachtens noch zu sehr davon geprägt, dass um den Vorrang jeweils einer Perspektive gerungen wird. Ein Reflexionsraum über die Bedeutung religiöser Zugehörigkeit unter Berücksichtigung der sozialpsychologischen und historischen Bedingungen jüdischen und muslimischen Lebens in Deutschland kann dabei nicht entstehen.“ (DGPT 2012)

Einzig Organisationen wie die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie und in ihrem Nachgang die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin befürworten das Kölner Urteil, bei gleichzeitiger Kenntnis um seine Bedeutung für religiöse Minderheiten. Aber auch hier ist ein diskurstheoretischer Einblick spannend: So publizierte Maximilian Stehr, der den Vorsitz der Deutsche[n] Gesellschaft für Kinderchirurgie führt und die Pressemitteilung nach dem Kölner Urteil verfasste, seit einigen Jahren immer wieder gemeinsam mit Holm Putzke. Nun sind die Einschätzungen Stehrs jedoch gerade nicht in der wissenschaftlichen Differenziertheit verfasst wie bei den zuvor benannten Gesellschaften und dem Präsidenten der Bundesärztekammer. Stehr selbst weist darauf hin, dass die Einschätzung vor allem auf die steten Vorarbeiten in Zusammenarbeit mit Holm Putzke zurückzuführen ist. So schreibt er im Namen der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie:

„Mit der prinzipiellen Feststellung der Rechtswidrigkeit medizinisch nicht indizierter Beschneidungen bei nicht einwilligungsfähigen Knaben bestätigt das Gericht die von der DGKCH vertretene und viel diskutierte Meinung. In den letzten Jahren wurde von verschiedenen Autoren in mehreren Publikationen hierzu kritisch Stellung genommen, zuletzt 2008 im Deutschen Ärzteblatt (Dtsch Ärztebl 2008; 105(34–35); A 1778–80).“ (DGKCH 2012)

Jener Artikel im Deutschen Ärzteblatt wurde verfasst von Maximilian Stehr, Holm Putzke und Hans-Georg Dietz – als Kontaktperson ist Holm Putzke angegeben. Indessen handelt es sich bei diesem Beitrag keineswegs um den jüngsten zum Thema; 2010 publizierten die gleichen drei Autoren gemeinsam auch in Der Urologe eine Erwiderung auf einen anderen Beitrag. Umso interessanter ist der diskutierte Sachstand: Zahlreiche bundesweite und internationale medizinische Beiträge zur Vorhautbeschneidung, u.a. solche mit zum Teil widersprüchlichen Positionen, werden von den drei Autoren überhaupt nicht rezipiert. Stattdessen werden, etwa im besagten Artikel im Deutschen Ärzteblatt, insbesondere solche Beiträge angeführt, die geeignet sind, die eigene Position zu stützen – und die zudem oft selbst verfasst sind. Ein Beispiel:

„Der Nutzen überwiegt die Nachteile allerdings nur dann, wenn eine Zirkumzision das Risiko einer späteren Erkrankung nicht nur unerheblich verringert. Das Erkrankungsrisiko ist in den genannten Fällen allerdings sehr gering: Bei Harnwegsinfekten liegt die Inzidenz bei 1,12 Prozent (10). Für Peniskrebs wies die American Cancer Society darauf hin, dass die dabei bestehende Sterblichkeitsrate von der durch Zirkumzisionen verursachten aufgehoben werden dürfte (7). Auch die Wahrscheinlichkeit, später an einer manifesten Phimose, Paraphimose oder einer Balanoposthitis zu erkranken, ist gering – sie liegt zwischen zwei und vier Prozent (11). Nicht viel anders ist die Sache zu sehen bei Syphilis oder Gonorrhö.“ (Stehr et al. 2008)

Die angeführten Quellen 10 und 11 verweisen auf eigene Ausführungen aus den Jahren 2001 (Dietz et al. 2001; Stehr et al. 2001). Es handelt sich hierbei um knappe deutschsprachige Beiträge mit Umfang von drei bzw. vier Seiten, die in eher populär orientierten medizinischen Veröffentlichungen untergebracht sind. Quelle 7 hingegen verweist auf den deutschsprachigen Sammelband „Das verletzte Geschlecht. Die Geschichte der Beschneidung“, der im Jahr 2002 im Berliner Aufbau-Verlag erschienen ist. Im angeführten Absatz werden keine – und auch im übrigen Beitrag nur vereinzelt – wissenschaftliche Quellen herangezogen, die in medizinischen Fachdatenbanken indiziert sind. Lediglich in Bezug auf den von der Weltgesundheitsorganisation beschriebenen Nutzeffekt der Vorhautbeschneidung für die Verminderung des HIV-Infektionsrisikos, aufgrund dessen die WHO die Vorhautbeschneidung als Vorbeugemaßnahme für Länder Afrikas empfiehlt, werden internationale und indizierte Fachbeiträge herangezogen. Diese Bezugnahme wird von den drei Autoren allerdings sogleich als für die Bundesrepublik Deutschland unbedeutend zurückgewiesen, da in der BRD HIV-Infektionen nur selten aufträten.
Ein nicht geringes Maß an Selbstreferenz auf eigene Arbeiten sowie die fehlende Bezugnahme auf wissenschaftliche Fachartikel kennzeichnet die Qualität des Beitrages, der für die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie und ihren Vorsitzenden Maximilian Stehr die zentrale Basis ihrer Argumentation darstellt und entsprechend prominent immer wieder rezipiert wird (vgl. auch Putzke 2012). Ein Umstand, der nicht folgenlos bleibt. Denn auch für die Stellungnahme der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ 2012) stellt die Positionierung der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie eine der zentralen Bezugnahmen dar. Christoph Kupferschmid, einer der Verfasser dieser Stellungnahme, bezieht sich – wiederum im Deutschen Ärzteblatt – in seiner Positionierung, die jüdische und muslimische Tradition der Vorhautbeschneidung abzulehnen, zentral auf Stehr: „Bereits vor elf Jahren stellten die Münchner Kinderchirurgen um Prof. Dr. med. Maximilian Stehr medizinisch nicht indizierte Beschneidungen infrage. Die Komplikationsrate von zwei Prozent, Schmerzen und Unwohlsein standen für sie nicht im Einklang mit unseren Vorstellungen von Kinderrechten und Selbstbestimmung.“ (Kupferschmid 2012; Hervorhebung d.V.).
Interessant ist der Blick auf die Rezeption auch deshalb, weil eine nicht zu übersehende Zahl von populären medialen Beiträgen auf diesen beiden Pressemitteilungen fußt. Der leichtfertige Umgang mit Datenbeständen in einer für viele Menschen so grundlegenden Diskussion ist bedenklich, vor allem jedoch hinterlässt er dringenden Klärungsbedarf.
In einem Dossier des Deutschen Ärzteblattes, in dem verschiedene Mediziner zu Wort kommen, geben interessanter Weise ebenfalls die drei Autoren Maximilian Stehr, Holm Putzke und Hans-Georg Dietz eine gemeinsame Position ab, zudem die einzige (!), die über die religiöse Bedeutung schlicht hinweggeht. Sie verweisen ebenfalls erneut zentral auf ihren Beitrag im Deutschen Ärzteblatt (Stehr 2008). Alle anderen befragten Mediziner_innen hingegen gelangen zu einer differenzierten Position. Hans-Peter Bruch, Präsident des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen, etwa kommt auf Grundlage der medizinischen Datenbasis zu einem gänzlich anderen Urteil als das Autorentrio Stehr / Putzke / Dietz:

„Aus großen statistischen Erhebungen unserer Tage geht hervor, dass durch die Beschneidung das Risiko an Aids zu erkranken, erheblich gesenkt wird und die Beschneidung auch eine Prophylaxe für die Übertragung von HPV (human papilloma virus) ist, welcher den Gebärmutterhalskrebs auslöst. Darüber hinaus wird natürlich auch die Übertragung von Darmkeimen, Pilzen und anderen Viren durch die Beschneidung eingeschränkt. […] Die Diskussion sollte daher vor allen Dingen freigehalten werden von Vorurteilen und emotionaler Überlagerung. Aus Sicht des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen muss sichergestellt werden, dass eine Beschneidung durch dafür exzellent ausgebildete Chirurgen in optimaler Operationsumgebung schmerzfrei durchgeführt wird. Der Gesetzgeber muss nach Auffassung des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen (BDC) dafür Sorge tragen, dass Rechtssicherheit hergestellt wird und Muslime und Juden nicht gezwungen sind, ihren religiösen Gesetze folgend ins Ausland reisen zu müssen, wo die Beschneidung möglicherweise unter Umständen stattfindet, die mit den Grundsätzen der Patientensicherheit und der modernen Asepsis nicht übereinstimmen.“ (Bruch 2012)

Die Professoren an den Urologischen Kliniken Berlin und Rostock, Ahmed Magheli und Oliver Hakenberg, erklären mit ähnlicher Lesart der medizinischen Daten im gleichen Dossier:

„Da es für in Europa lebende Kinder keine guten medizinischen Gründe für eine Zirkumzision gibt, andererseits aber auch keine medizinisch relevanten Bedenken gegen eine Zirkumzision bestehen, muss diese Diskussion auf anderer Ebene geführt werden. […] Daher ist es notwendig, dass die Abwägung der hier berührten Grundrechte durch den Gesetzgeber geregelt wird oder eine Ausnahmeregelung für die rituelle Zirkumzision definiert wird. Wenn man die zum Teil sehr hitzige Diskussion dieses Themas in den Medien verfolgt – die geradezu zum Kulturkampf geworden ist –, dann verläuft die Grenze ziemlich deutlich zwischen eher religiösen Befürwortern einer Tolerierung der rituellen Zirkumzision und eher areligiösen Gegnern einer solchen Tolerierung. Völlig abwegig ist jedoch der Vergleich der Zirkumzision, die im Kindesalter keine funktionellen Auswirkungen hat, mit der erheblichen Genitalverstümmelung von Mädchen durch „Beschneidung“, d. h. Entfernung der Klitoris und der kleinen Schamlippen.“ (Magheli / Hakenberg 2012)

Über die Auswirkungen der Vorhautbeschneidung gibt es mittlerweile einen medizinisch weitreichenden Kenntnisstand. So sind etwa in der internationalen medizinischen Fachdatenbank PubMed allein unter dem Stichwort „circumcision“ 5566 Beiträge zu finden. Die Veröffentlichungen umfassen dabei teils sehr große Studien mit über 100.000 Untersuchten, oft wurden zumindest einige Hundert bis Tausend Jungen und Männer untersucht – für andere Eingriffe sind oft weit geringere Proband_innen-Gruppen üblich. Die Studien decken dabei zahlreiche Fragestellungen ab, etwa Fragen um Komplikationsraten, Empfindsamkeit der Eichel, sexuelle Zufriedenheit und psychologische Auswirkungen (die etwa durch Diskriminierungen von Kindern und Teenagern auf Grund des Beschneidungsstatus in geschlechtshomogenen Gruppen vorkommen). Die Datenlage zu Auswirkungen von Vorhautbeschneidungen ist also vergleichsweise sehr gut – gleichwohl ließ die Medizinerin und Vorsitzende des Ethikrates Christiane Woopen verlauten, zunächst einmal müssten deutlich mehr Forschungen stattfinden.

„Die Vorsitzende des Ethikrates […] plädierte dafür, dass der Ethikrat jetzt Rahmenanforderungen für weitere Forschungen entwickelt. „Eine solche Datenlage würden wir in anderen Bereichen nie akzeptieren“, sagte sie am Rande der Sitzung in Berlin zur ‚Ärzte Zeitung‘. Es gebe Hinweise darauf, dass schwere Folgen eintreten könnten, aber bei den bisherigen Studien sei überhaupt nichts über die Umstände der Beschneidungen bekannt, auch nicht, wer sie vorgenommen hat, so Woopen. Ihre Forderung wurde von weiteren Medizinern im Nationalen Ethikrat ausdrücklich unterstützt.“ (Mißlbeck 2012)

Der Ruf nach weiteren Forschungen, ohne deren Daten die Basis zur eigenen Positionsbestimmungen fehle, scheint unter Medizinethiker_innen eine nicht unübliche Strategie zu sein. Das Risiko einer womöglich unpopulären Festlegung wird weitgehend minimiert. Eine grundlegende Klärung anstehender Fragen wird – zumindest mittelfristig – umgangen, wie sich auch bei der problematisch zu nennenden Stellungnahme des Deutschen Ethikrates zu Intersexualität zeigte (vgl. Voß 2012b). Hier wie dort liegen klare Erkenntnisse vor, die eine Richtung der Entscheidung aus medizinischer Perspektive anzeigen.

Zum vollständigen Beitrag als pdf-Datei.

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