Archiv der Kategorie 'Buch:Geschlecht'

Neue Rezensionen: Biologie & Homosexualität / Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“ / Geschlecht: Wider die Natürlichkeit

Es sind einige neue Besprechungen der Bücher „Biologie & Homosexualität“, „Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“" und „Geschlecht: Wider die Natürlichkeit“ erschienen. Hier kurze Auszüge und Verlinkungen:

In der Münster’schen Zeitschrift für Lesben „Lexplosiv“ wurde das Buch „Biologie & Homosexualität: Theorie und Anwendung im gesellschaftlichen Kontext“ rezensiert. Die Autor_in folgert:
„Das im handlichen Format erschienene Buch beleuchtet auch für Laien verständlich die Hintergründe der verschiedenen Theorien, erklärt die Zusammenhänge und stellt die immer noch starren gesellschaftlichen Geschlechterkategorien zu Recht in Frage. Und wer sich näher mit dem Thema befassen möchte: am Ende des Buches gibt es eine ausführliche Literaturliste.“ Lexplosiv, Nr. 44, S.17;

Eine Übersicht über bisher erschienene Rezensionen findet sich hier.
Weitere Informationen zum Buch gibt es hier.

In Stimme – Zeitschrift der Initiative Minderheiten besprach Petra M. Springer „Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“" und schreibt unter anderem:
„Die Autoren weisen darauf hin, dass die Beschneidungsdebatte als Teil des Integrationsdiskurses zu sehen ist. Es werde nicht gleichberechtigt diskutiert und man könne nicht körperliche Selbstbestimmung und Religion einfach gegenüberstellen. Die Diskussion finde in einem gesellschaftlichen Rahmen statt, der von normativen Setzungen und von Herrschaft geprägt ist. Vor allem die westliche, weiße, primär männliche, heteronormative und christlich/protestantische Gesellschaft würde sich aufgrund der Beschneidung von Muslimen und Juden bedroht fühlen. Unter dem Deckmantel der Menschen- und Kinderrechte verberge sich letztendlich anti muslimischer Rassismus und latenter Antisemitismus.“ Petra M. Springer, in: Stimme – Zeitschrift der Initiative Minderheiten, Nr. 86, S.33; zur Zeitschrift.

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Infos zum Buch gibt es hier.

Stefan Wallaschek rezensierte auf dem Soziologieblog das Buch „Geschlecht: Wider die Natürlichkeit“. In der Besprechung heißt es unter anderem:
„Damit lässt sich Voß‘ Einführungswerk einerseits in die aktuelle (konstruktivistisch-geprägte) Debatte um die Interdependenz von sex und gender einordnen: Keines von beidem ist vorgelagert, sondern beide Kategorien konstruieren sich gegenseitig und unterliegen zudem einem Bedeutungswandel […]. Andererseits ebnet er mit seiner geschlechtssensitiven Analyse der bio-medizinischen Erkenntnisse den Weg für weitere sozialwissenschaftliche Forschung im Bereich der Foucault’schen Bio- und Genpolitik […]. Hilfreich sind in dem Buch nicht nur die Schaubilder, sondern auch die sogenannten „Exkurse“: hervorgehobene Stellen, die entweder über einige Seiten Ausschnitte aus Originaltexten wiedergeben, biografische Inhalte präsentieren oder tiefergehende Kritik an einflussreichen Studien äußern. Zusammen mit kurzen Weiderholungen der bisherigen Aussagen des Buches am Anfang jedes größeren Kapitels wird damit der Textfluss belebt und die Verständlichkeit, vor allem für Einsteiger_innen, erhöht. Durch die zahlreichen Verweise auf Originalquellen und Schriften aus der Praxis von z. B. queer-feministischen Gruppen lohnt sich das Lesen auch für Fortgeschrittene und regt an, sich mit diesen weiter auseinanderzusetzen und ihr_sein Wissen praktisch anzuwenden.“ Stefan Wallaschek, Soziologieblog, 23.4.2013, hier im Volltext online;

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Weitere Informationen zum Buch gibt es hier.

Österreichische HochschülerInnenschaft zu „Geschlecht: Wider die Natürlichkeit“

In der – sehr lesenswerten – Publikation „Sex(ual) Politics“ der österreichischen HoschschülerInnenschaft wird „Geschlecht: Wider die Natürlichkeit“ besprochen. Dort heißt es unter anderem: Heinz-Jürgen Voß‘ „Ausführung beinhaltet dabei durchwegs neue Forschungsarbeit und wirkt trotz des naturwissenschaftlichen Hintergrunds keineswegs trocken. So stellt das Büchlein in Summe ein ausgezeichnetes Einführungswerk dar, das prägnant und verständlich unterschiedliche Diskussionsstränge auf den Punkt bringt und neue Diskussionsansätze geradezu herausfordert.“ Hier lässt sich die Publikation „Sex(ual) Politics“ bestellen.

Informationen zum Buch gibt es hier, beim Verlag.
Eine Übersicht über die erschienenen Rezensionen findet sich hier.

Rezension von „Geschlecht: Wider die Natürlichkeit“ in der aktuellen „freitext“

Die_der renommierte Sozialwissenschaftler_in Zülfkuar Çetin hat „Geschlecht: Wider die Natürlichkeit“ in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „freitext“ rezensiert (Nr. 20, S.8-9). In der Besprechung heißt es unter anderem:

„Hiermit werden die ‚Geschlechter‘ nicht mehr als ‚natürlich‘, angeboren, vorgegeben, unabänderlich und überzeitlich angesehen, sondern als historisch und wirtschaftlich bedingte soziale Konstruktionen, welche die Unterdrückung der Frau oder des Nicht-Männlichen rechtfertigen. […] Das Buch „Geschlecht. Wider die Natürlichkeit“ bietet mit seiner verständlichen Sprache und schlüssigen Struktur eine gute Einführung zur Dekonstruktion des biologischen Geschlechts aus der Sicht eines kritischen Biologen und Sozialwissenschaftlers.“

Die vollständige Besprechung findet sich in der aktuellen und sehr lesenswerten Jubiläumsausgabe der „freitext“. Sie ist – wie die vorangegangenen Ausgaben – sehr zu empfehlen!

Eine Übersicht über die bisher erschienenen Rezensionen findet sich hier.

Rezension von „Geschlecht: Wider die Natürlichkeit“ und „Making Sex Revisited“ in der Zeitschrift für Sexualforschung

Prof. Rüdiger Lautmann rezensierte für die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift für Sexualforschung (2/2012) die beiden Bücher „Geschlecht: Wider die Natürlichkeit“ und „Making: Sex Revisited: Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch-medizinischer Perspektive“. In der umfangreichen Besprechung hält er unter anderem fest:

„Die beiden Bücher attackieren die verbreitete Grundüberzeugung, dass Menschen von Natur aus ein Geschlecht „haben“ und dass dieses Merkmal nach weiblich / männlich strikt zweigeteilt sei. […] Voß trägt seine Attacke nicht – wie sonst so viele – als bloßes Postulat vor, sondern entwickelt sie denkgeschichtlich, und zwar derart materialreich, dass der Kritik irgendwann die Puste ausgehen muss. […] In einer sehr umfangreichen Recherche wird die Forschungsliteratur ausgewertet (bei den historischen Partien sekundäranalytisch). Seitdem man von einer Biologie als Wissenschaft sprechen kann, werden die einschlägigen Texte präsentiert (Primäranalyse). Einige Annahmen, die durchaus als Hypothesen im geläufigen wissenschaftstheoretischen Sinne gelten können, lauten: Die biologischen Aussagen zur Geschlechtlichkeit seien nie eindeutig und ausschließlich auf die Zweierstruktur ausgerichtet gewesen; die allgemein akzeptierte Behauptung von Thomas Laqueur zum Umbruch des Geschlechtsdenkens um 1800 stimme nicht und müsse modifiziert werden; Vorstellungen über mehr als zwei Geschlechter laufen seit dem Altertum im Denkrepertoire mit. Die Biologie muss sich vorhalten lassen, ihre Erkenntnisse seien durch Vorannahmen zum Frauen- und Männerbild programmiert. […] Voß‘ Studien enthalten einen beträchtlichen Mehrwert an Erkenntnis. Man wird zukünftig nicht von der kulturellen Selbstverständlichkeit ausgehen können, die Aufteilung in zwei Geschlechter (zuzüglich einiger quantitativ seltener Besonderheiten wie Transgender und Intersexe) sei ein eindeutiges Resultat der Biologie. Vielmehr wird man anerkennen müssen, dass auch die Biologie – ebenso wie seit einiger Zeit die kulturologische Genderforschung – immer schon mehrere Denkmodelle gepflegt hat.“ Hier geht es zur Besprechung.

Informationen zu den Büchern gibt es hier (Geschlecht) und hier (Making Sex Revisited).
Eine Übersicht über die erschienenen Rezensionen findet sich hier und hier.

Rezension von „Geschlecht“ bei Queer.de

Matthias Zaft rezensierte „Geschlecht: Wider die Natürlichkeit“ äußerst elegant bei www.queer.de. Dort schreibt Matthias Zaft unter anderem:

„Dass die Herausarbeitung einer historischen und gesellschaftlichen Bedingtheit von Zweigeschlechtlichkeit nicht reiner Selbstzweck ist, wird deutlich, wenn Heinz Jürgen Voß die Verbindungslinien zwischen Geschlecht und gesellschaftlicher Rolle und Position aufzeigt. Hierzu begibt er sich in durchaus gute Gesellschaft mit Simone de Beauvoir, deren Protest gegen ein „biologisches Schicksal“ von Voß durchweg elegant mit trockener Munition versorgt wird. Ob, und auf welche Weise ihm dies gelingt, lohnt sich selbst herausfinden. „

Zur Besprechung bei queer.de.

Eine Übersicht über die bereits erschienenen Rezensionen findet sich hier.

„Geschlecht – Wider die Natürlichkeit“ bei der Leipziger Buchmesse

Das Buch „Geschlecht – Wider die Natürlichkeit“ findet Ihr bei der Leipziger Buchmesse am Stand der Universität Halle-Wittenberg in der Halle 3 (Stand G201/H200) und am gemeinsamen Stand von alive, unrast-verlag, schmetterling-verlag, edition assemblage in der Halle 5 (Stand C309). http://www.leipziger-buchmesse.de/

Voß, Heinz-Jürgen: Geschlecht – Wider die Natürlichkeit
2. Auflage 2011; Stuttgart: Schmetterling
180 Seiten, ISBN 3-89657-663-1, 10,00 EUR

Eine Übersicht über die erschienenen Rezensionen findet sich: hier.

Florian Mildenberger zu „Geschlecht: Wider die Natürlichkeit“: „Heinz-Jürgen Voß [ist] ein herausragendes Einführungswerk gelungen […], kurz und gleichwohl prägnant, auch in seinen diskutablen Einschätzungen.“

Prof. Florian Mildenberger rezensierte „Geschlecht: Wider die Natürlichkeit“ ausführlich für die wissenschaftliche Zeitschrift Würzburger medizinhistorische Mitteilungen.

Geschlecht: Wider die Natuerlichkeit

Mildenberger schreibt u.a.: „Voß ist Biologe und Wissenschaftshistoriker, so gelingt es ihm das stets genannte Problem des mangelnden Kenntnisstandes nicht-naturwissenschaftlicher Kritiker hinsichtlich aktueller biomedizinischer Studien für sein knapp umrissenes Themengebiet zu beheben. Sowohl die Variabilität der Aussagen Darwins zur Rolle von Geschlechtsunterschieden finden Erwähnung, als auch die modernen Interpretationen. Die Forschung der letzten Jahre, vor allem rund um die Zubilligung besonderer Bedeutung für das SRY-Gen wird breit rezipiert – und in Kontext zu Anstrengungen von Gelehrten seit der Frühen Neuzeit gesetzt, die in der Differenzierung von Hoden und Eierstock die maßgeblichsten Unterscheidungsmerkmale erkannt zu haben glaubten. Voß geht jedoch noch einen Schritt weiter indem er die Frage stellt, ob aus der Überschätzung der genetischen Forschung, die keineswegs eine Antwort geben könne, was denn nun die Geschlechterunterschiede ausmache, nicht eventuell die Überlegung abgeleitet werden könne, daß es nicht nur zwei, sondern sehr viel mehr Geschlechter gebe. Der gesellschaftspolitischen Konsequenzen einer solchen Überlegung ist er sich aufgrund seines marxistischen Fundaments sehr wohl bewußt. Voß vergißt auch nicht zu erwähnen, daß diese Überlegungen in der deutschen Wissenschaft vor 1933 bereits existiert hatten, ehe der eher primitivere zweigeschlechtliche Ansatz sich durchgesetzt hatte. […]
Insgesamt ist festzuhalten, daß Heinz-Jürgen Voß ein herausragendes Einführungswerk gelungen ist, kurz und gleichwohl prägnant, auch in seinen diskutablen Einschätzungen. Selbst wenn das Zielpublikum des Verlages eher auf Barrikaden denn in Hörsälen zu suchen ist, wird die Lektüre des Buches auch innerhalb von Akademien und Laboren niemandem schaden. Wer an tiefergehenden und weiterführenden Überlegungen interessiert ist, mag zu Making Sex Revisited greifen.“

Die vollständige Rezension sowie zahlreiche lesenswerte Beiträge finden sich in den Würzburger medizinhistorischen Mitteilungen, die u.a. beim Verlag bestellt werden können.

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Interview „Sex – alles bio?“ bei diestandard.at — und: 2. Auflage von „Geschlecht: Wider die Natürlichkeit“

Ich möchte hier sehr gern auf das Interview hinweisen, dass Ina Freudenschuss für dieStandard.at geführt hat. Unter der Überschrift „Sex – alles bio?“ leitet Ina Freudenschuss ein:

„Biologe Heinz-Jürgen Voß ist der Ansicht, dass sich die menschlichen Geschlechter jeweils individuell entwickeln. Damit stellt er nichts weniger als die polare Geschlechterordnung in Frage / Die Einteilung von Menschen in männlich und weiblich hat einen Bart. Zwar ist der noch nicht so lang, wie mensch vermuten würde*, aber doch schon so zottelig, dass es Zeit für ein neues Styling wäre.“ Hier gehts zum Interview.

Gleichzeitig möchte ich gern darauf hinweisen, dass nun auch „Geschlecht: Wider die Natürlichkeit“ in die 2. Auflage geht. Vielen Dank für das Interesse – und die vielen intensiven Diskussionen! Gern weiter so :-)

„Straßen aus Zucker“ empfehlen „Geschlecht: Wider die Natürlichkeit“

In der aktuellen Ausgabe der „Straßen aus Zucker“ findet sich auch eine „kleine Empfehlung des Buches ‚Geschlecht: Wider die Natürlichkeit‘“ (S.20). Dort heißt es unter anderem: „Voß geht auch als Biolog_in davon aus, dass der Mensch ein gesellschaftliches Wesen ist, und somit das, was als ,natürlich‘ gilt, genauso menschengemacht ist, wie die Gesellschaft in der der Mensch lebt. In seinem Buch zeigt er, wie sich Ansichten in der Gesellschaft über Geschlechter und ihre Rollenbilder gewandelt haben – denn nicht immer wurde von einer Geschlechterdifferenz ausgegangen. Anschaulich und kurzweilig skizziert Voß die Achterbahnfahrt der Geschichte nach: von griechisch-antiken Theorien zu Ein- oder Mehrgeschlechtlichkeit über moderne Geschlechterforschung bis zu den neuesten Ergebnisse und Diskursen in der Medizin und Biologie. Dabei erwarte[t] Dich […] ein nachvollziehbarer Überblick über den aktuellen Stand der Wissenschaft, der auf viele Geschlechter und Individualitäten der Körper verweist.“ Die gesamte Ausgabe der „Straßen aus Zucker“ ist hier als pdf-Datei online.

Eine Übersicht über die bereits erschienenen Rezensionen findet sich hier.

„Vier Sterne“, „sehr gut“ meint das Stadtmagazin PRINZ Leipzig zum Buch „Geschlecht – Wider die Natürlichkeit“

Das Stadtmagazin PRINZ Leipzig beurteilt „das aktuelle, Diskussionen aufwirbelnde Taschenbuch ‚Geschlecht – wider die Natürlichkeit‘“ mit vier Sternen, als „sehr gut“. Es „belegt […] die Existenz von mehr als zwei Geschlechtern“, so PRINZ in der aktuellen gedruckten Ausgabe (Juli 2011, S.79).

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