Archiv der Kategorie 'Buch:Interventionen'

Neue Rezensionen zu „Interventionen gegen die deutsche ‚Beschneidungsdebatte‘“

In den Zeitschriften ZAG – Antirassistische Zeitschrift und Rosen auf den Weg gestreut sind Besprechungen des Buches Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“ erschienen – hier kurz verlinkt:

In Rosen auf den Weg gestreut heißt es: „Mit Adorno, Horkheimer und Foucault arbeiten die Autoren die christliche Prägung des Konzepts der Religionsfreiheit, wie sie gegen die Beschneidung in Anschlag gebracht wird, heraus und kritisieren den normativen Anspruch der Wissenschaft in der kapitalistischen Gesellschaft. Im Alltag schlägt sich dieser in einem nicht nur fach-idiotischen Expertentum nieder […]. Der Band bietet wertvolle Argumente für Interventionen gegen den Antisemitismus und Rassismus, die in der Beschneidungsdebatte virulent geworden sind. Interventionen, die sich – auch wenn diese Debatte vorläufig vorbei ist – lohnen.“ (PDF-Volltext des insgesamt sehr empfehlenswerten Heftes)

ZAG – Antirassistische Zeitschrift bietet in Nummer 63 eine doppelseitige Schwerpunkt-Rezension von Andreas Nowak. Sie widmet sich zum Schluss den „Beschneidungsgegner_innen“ und fragt: „Was erhoffen sie sich durch die Abwertung anderer für sich selbst und welche Angebote machen sie an die Dominierenden und die Dominierten. Letztlich bleibt die Frage – und das ist die Gefahr – wie ihre Argumente in den dominanten Diskurs eingespeist werden und sich mit diesem amalgamieren, so dass diese Debatte womöglich nicht nur ein Sommertheater war, sondern eine tiefer greifende Veränderung der Diskurse und der Machtverteilung zuungunsten emanzipativer Kräfte bedeutet.“ Das Heft kann hier bestellt werden.

Übersicht über die bisher erschienenen Rezensionen.

Neue Rezensionen von „Interventionen gegen die deutsche ‚Beschneidungsdebatte'‘“ und „Intersexualität – Intersex“

Es sind zwei weitere Rezensionen erschienen, eine zu „Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“ in der Zeitschrift der Österreichischen HochschülerInnenschaft unique und eine zu „Intersexualität – Intersex: Eine Intervention“ in Querelles-net – Rezensionszeitschrift für Frauen- und Geschlechterforschung:

Hagen Blix schreibt in der unique (4/2013): „Im ersten Teil des Buches zeigen Zülfukar Çetin und Salih Alexander Wolter auf, dass das Verschmelzen von antimuslimischem Ressentiment und Antisemitismus in der Debatte kein Zufall ist. Die Grundstruktur der vorgebrachten Kritik ist von Argumentationsmustern einer protestantischen ‚Zivilisierungsmission‘ durchdrungen. […] Im zweiten Teil stellt der kritische Biologe Heinz-Jürgen Voß der ‚Wissenschaftlichkeit‘ der Beschneidungsgegner_innen eine Übersicht über medizinische Untersuchungen zur Beschneidung entgegen. Diese zeigen, dass deren Behauptungen so unhaltbar sind wie Vergleiche mit der Zwangsoperation Intersexueller oder weiblicher Genitalverstümmelung unangebracht und misogyn.“ zur vollständigen Rezension

Simone Emmert schreibt: „Die Intervention zu Intersexualität – Intersex erweist sich als ein kleines, aber feines Buch, das einen gelungenen Einstieg in die aktuelle politische Debatte gibt. Als besonders wertvoll lassen sich der Überblick und die Diskussion um die Ergebnisse der sogenannten Outcome-Studien ansehen; hieraus wird deutlich abgeleitet, dass geschlechtszuweisende chirurgische und/oder hormonelle Eingriffe intersexen Menschen eher schaden als nützen. Voß gibt damit eine der ersten wenigen publizierten kritischen Stellungnahmen aus wissenschaftlicher Aktivensicht ab. Das Buch ist flüssig und leicht verständlich geschrieben und macht Lust, sich weiter in das noch immer sehr konfliktbeladene und emotionale Thema um den Kampf auf Selbstbestimmung sowie um Respekt, Toleranz und Anerkennung von Vielfalt und Verschiedenheit einzulesen.“ Querelles-net (2/2013), zur vollständigen Rezension

7. Mai: Ein Jahr nach dem Urteil des Kölner Landgerichts zur „Vorhautbeschneidung“ – der medizinethische Stand der Debatte

Wider besseres Wissen finden sich heute – es jährt sich das Urteil des Kölner Landgerichts, das im vergangenen Jahr für so viel Kontroverse sorgte – in größeren Tageszeitungen und übrigen Medien weiterhin fehlerhafte Informationen zu den medizinischen Fragen rund um die Vorhautbeschneidung bei Jungen. Daher haben sich Dr. Matthias Zaft und ich (Dr. Heinz-Jürgen Voß) entschlossen, die Publikation eines zur Veröffentlichung vorgesehenen Beitrags vorzuziehen: Der (medizinethische) deutsche Diskurs über die Vorhautbeschneidung.

Während sich der vollständige Beitrag als pdf-Datei unter diesem Link findet, werden im folgenden Auszug - Kapitel 2 des Aufsatzes - insbesondere medizinische und medizinethische Stimmen zur Frage der Vorhautbeschneidung dargestellt und dabei auch personelle Verbindungslinien zwischen juristischem und medizinischem Diskurs nachgezeichnet (die Quellenangaben finden sich in der pdf-Datei; dort wurden auch einige Passagen deutlicher hervorgehoben).

2. Politische und medizinische Reaktionen
Die Reaktionen aus verantwortlichen politischen Kreisen – insbesondere den Bundestagsfraktionen – waren deutlich und unaufgeregt. Im Juli äußert sich Bundeskanzlerin Angela Merkel klar: „Ich will nicht, dass Deutschland das einzige Land auf der Welt ist, in dem Juden nicht ihre Riten ausüben können. Wir machen uns ja sonst zur Komiker-Nation“ (vgl. Spiegel 2012). Selbst Alice Schwarzer, seit den letzten Jahren oft mit rassistischen Positionierungen gegen Muslima aufgefallen, nimmt in dieser Frage eine klare Position für die Religionsfreiheit von Muslim_innen und Jüd_innen ein: „Die Verurteilung der männlichen Beschneidung halte ich für eine realitätsferne politische Correctness.“ Im Weiteren hebt sie die gesundheitlichen Vorteile der Vorhautbeschneidung hervor: „Etwa jeder dritte männliche Mensch weltweit ist beschnitten. Und das nicht nur aus religiösen oder kulturellen Gründen, sondern auch aus hygienischen. Bereits 2007 rieten sowohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch die UN dringend zur Beschneidung von Männern: als Prävention gegen Aids, Peniskrebs und Gebärmutterhalskrebs. Denn letzterer wird verursacht von einem verunreinigten männlichen Penis.“ (Schwarzer 2012)
Wichtige medizinische Kreise zeigten sich von dem Urteil erschüttert. Der Präsident der Bundesärztekammer Frank Ulrich Montgomery beurteilte das Urteil des Kölner Landgerichts als „für die Ärzte unbefriedigend und für die betroffenen Kinder sogar gefährlich“. Der Bundesverband der deutschen Urologen und – in gleichem Wortlaut – die Deutsche Gesellschaft für Urologie erklärte mit ähnlicher Sichtweise wie Montgomery und unter Verweis auf die begrenzte Reichweite des Kölner Urteils:

„Es handelt sich hier um eine sogenannte Güterabwägung, wobei das Gericht in der Urteilsbegründung selbst einräumt, dass auch die gegenteilige Auffassung vertretbar sei. Ein Gericht in München oder Hamburg könnte denselben Sachverhalt also durchaus anders bewerten. […] Endgültige Rechtssicherheit können nur ein höchstrichterliches Urteil oder der Gesetzgeber herbeiführen. […] Bei der Diskussion darüber, ob zukünftig rituelle Beschneidungen durch Ärzte rechtssicher durchgeführt werden können, sollte auch der Aspekt berücksichtigt werden, dass man rituelle Beschneidungen durch Gerichtsurteile in Deutschland nicht einfach abschaffen kann. Damit besteht die konkrete Gefahr, dass rituelle Beschneidungen vermehrt von medizinischen Laien durchgeführt werden.“ (DGU 2012, Juli) (mehr…)

Neue Rezensionen: Biologie & Homosexualität / Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“ / Geschlecht: Wider die Natürlichkeit

Es sind einige neue Besprechungen der Bücher „Biologie & Homosexualität“, „Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“" und „Geschlecht: Wider die Natürlichkeit“ erschienen. Hier kurze Auszüge und Verlinkungen:

In der Münster’schen Zeitschrift für Lesben „Lexplosiv“ wurde das Buch „Biologie & Homosexualität: Theorie und Anwendung im gesellschaftlichen Kontext“ rezensiert. Die Autor_in folgert:
„Das im handlichen Format erschienene Buch beleuchtet auch für Laien verständlich die Hintergründe der verschiedenen Theorien, erklärt die Zusammenhänge und stellt die immer noch starren gesellschaftlichen Geschlechterkategorien zu Recht in Frage. Und wer sich näher mit dem Thema befassen möchte: am Ende des Buches gibt es eine ausführliche Literaturliste.“ Lexplosiv, Nr. 44, S.17;

Eine Übersicht über bisher erschienene Rezensionen findet sich hier.
Weitere Informationen zum Buch gibt es hier.

In Stimme – Zeitschrift der Initiative Minderheiten besprach Petra M. Springer „Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“" und schreibt unter anderem:
„Die Autoren weisen darauf hin, dass die Beschneidungsdebatte als Teil des Integrationsdiskurses zu sehen ist. Es werde nicht gleichberechtigt diskutiert und man könne nicht körperliche Selbstbestimmung und Religion einfach gegenüberstellen. Die Diskussion finde in einem gesellschaftlichen Rahmen statt, der von normativen Setzungen und von Herrschaft geprägt ist. Vor allem die westliche, weiße, primär männliche, heteronormative und christlich/protestantische Gesellschaft würde sich aufgrund der Beschneidung von Muslimen und Juden bedroht fühlen. Unter dem Deckmantel der Menschen- und Kinderrechte verberge sich letztendlich anti muslimischer Rassismus und latenter Antisemitismus.“ Petra M. Springer, in: Stimme – Zeitschrift der Initiative Minderheiten, Nr. 86, S.33; zur Zeitschrift.

Eine Übersicht über bisher erschienene Rezensionen findet sich hier.
Infos zum Buch gibt es hier.

Stefan Wallaschek rezensierte auf dem Soziologieblog das Buch „Geschlecht: Wider die Natürlichkeit“. In der Besprechung heißt es unter anderem:
„Damit lässt sich Voß‘ Einführungswerk einerseits in die aktuelle (konstruktivistisch-geprägte) Debatte um die Interdependenz von sex und gender einordnen: Keines von beidem ist vorgelagert, sondern beide Kategorien konstruieren sich gegenseitig und unterliegen zudem einem Bedeutungswandel […]. Andererseits ebnet er mit seiner geschlechtssensitiven Analyse der bio-medizinischen Erkenntnisse den Weg für weitere sozialwissenschaftliche Forschung im Bereich der Foucault’schen Bio- und Genpolitik […]. Hilfreich sind in dem Buch nicht nur die Schaubilder, sondern auch die sogenannten „Exkurse“: hervorgehobene Stellen, die entweder über einige Seiten Ausschnitte aus Originaltexten wiedergeben, biografische Inhalte präsentieren oder tiefergehende Kritik an einflussreichen Studien äußern. Zusammen mit kurzen Weiderholungen der bisherigen Aussagen des Buches am Anfang jedes größeren Kapitels wird damit der Textfluss belebt und die Verständlichkeit, vor allem für Einsteiger_innen, erhöht. Durch die zahlreichen Verweise auf Originalquellen und Schriften aus der Praxis von z. B. queer-feministischen Gruppen lohnt sich das Lesen auch für Fortgeschrittene und regt an, sich mit diesen weiter auseinanderzusetzen und ihr_sein Wissen praktisch anzuwenden.“ Stefan Wallaschek, Soziologieblog, 23.4.2013, hier im Volltext online;

Eine Übersicht über bisher erschienene Rezensionen findet sich hier.
Weitere Informationen zum Buch gibt es hier.

marx21 zu „Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“": „Das kleine, handliche und verständlich geschriebene Buch liefert nicht nur wichtige sachliche Argumente.“

In der insgesat sehr lesenswerten Ausgabe der aktuellen Ausgabe des Magazins „marx21″ (unter anderem zum Krieg in Mali) wird das Buch „Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“" als „Buch des Monats“ gewürdigt. In einer ganzseitigen Rezension schreibt die Bundestagsabgeordnete Christine Buchholz (Die Linke) unter anderem: „Das kleine, handliche und verständlich geschriebene Buch liefert nicht nur wichtige sachliche Argumente. Es ist vor allem deshalb so wertvoll, weil es gezielt in die Debatte innerhalb der gesellschaftlichen Linken eingreift. Denn es gehört zu den Paradoxien der Beschneidungsdebatte, dass Politiker von CDU und FDP Ansichten im Sinne einer toleranten, multikulturellen Gesellschaft vertreten haben, während die Positionen, die praktisch die Religionsfreiheit infrage gestellt haben, aus den Reihen von SPD, Grünen und LINKEN kamen.“

Die vollständige Besprechung findet sich in der aktuellen „marx21″, die es aktuell an vielen Kiosken gibt (u.a. überall im Bahnhofsbuchhandel).

Übersicht über die weiteren erschienenen Rezensionen.

Neue Rezension in „analyse & kritik“ zu „Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“"

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „analyse & kritik“ (Februar 2013) hat Lisa Krall „Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“" besprochen. Krall schreibt unter anderem:

„Die drei AutorInnen liefern eine kritische Analyse und Hintergrundinformationen zu der Debatte, die von antimuslimischen und antisemitischen Tendenzen sowie Unwissen über Vorhautbeschneidungen geprägt war. […] Bleibt zu hoffen, dass sich eine kritische Auseinandersetzung gemäß dem Wunsch der AutorInnen über die Fachkreise hinaus etabliert – ein Blick in den kleinen Band lohnt sich dafür allemal.“ Zur vollständigen Rezension.

Übersicht über die weiteren erschienenen Rezensionen.

Rezension „Religionskritik als Sprachrohr des Rassismus“ beim Humanistischen Pressedienst hpd (zu Buch: Intervetionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“)

Der „Humanistische Pressedienst“ hat – wie zu erwarten – mit anderer Sicht, aber dennoch sehr zur Lektüre einladend und mit Verlinkung auf den „religionskritischen“ Online-Shop „Denkladen – Bücher fürs Diesseits“, das Buch „Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“" besprochen. In seiner Rezension mit dem Titel „Religionskritik als Sprachrohr des Rassismus“ schreibt Gunnar Schedel unter anderem:

„Heinz-Jürgen Voß setzt sich mit der „medizinischen Basis“ der Debatte auseinander. Er erörtert anhand zahlreicher Studien die Empfindungsfähigkeit des Penis nach einer Beschneidung sowie die Folgen für das Infektionsrisiko […]. Insgesamt überwögen die Vorteile einer Zirkumzision die Nachteile. Ob die Zahlen in dieser Form stimmen, ist für Nichtfachleute nur mit größerem Aufwand zu überprüfen. […] Voß’ Argumentation [bereichert] mit seinem kritischen Blick auf die Auseinandersetzung um „medizinische Definitionsmacht“ die Debatte. […] Çetin & Wolter gehen davon aus, dass die ganze Kontroverse von „einem ehrgeizigen Juristen, der sich einen Namen machen wollte“, lanciert wurde. Indem die Beschneidung in Frage gestellt werde, habe dies für Juden und Muslime zur Folge, „entweder illegal zu handeln oder das Land zu verlassen“. Die ganze Diskussion sehen sie als „neue Eskalationsstufe des Diskurses der ‘Integration’“, der darauf hinauslaufe, „dass die Realität von Migration in Deutschland nichts zu suchen habe“. […] [Zülfukar Çetin und Salih Alexander Wolter] operieren mit dem Begriff des „Antimuslimischen Rassismus“, halluzinieren homogene Kollektive und gehen von der Identität von Muslim/in und Migrant/in aus. Welch bizarre Blüten das Denken in diesen Kategorien hervorbringt, zeigt das im aktuellen Heft der Zeitschrift konkret veröffentlichte Interview mit dem Sozialwissenschaftler Vassilis Tsianos.“ Zur vollständigen Rezension: http://hpd.de/node/14968

Übersicht über die bisher erschienenen Rezensionen.

Das Buch „Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“" ist überall im Buchladen und beim Verlag Edition Assemblage erhältlich.

taz-Rezension zu „Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“

Sonja Vogel hat in taz.die tageszeitung den Band „Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“" sehr positiv besprochen. Unter dem Titel „In den Hosen der anderen“ zeichnet die taz-Kolumnistin die deutsche Beschneidungsdebatte und die dort geäußerten Vorannahmen Mehrheitsdeutscher nach. Vogel schreibt u.a.:

„Zülfukar Çetin und Salih Alexander Wolter fragen, warum ausgerechnet jene, „die über einen mehrheitsdeutschen Hintergrund verfügen, unentwegt über den Verlust der Vorhaut klagen (können), die sie selbst in der Regel besitzen“ […]. Hinter dem Pochen auf das universelle Recht auf „körperliche Unversehrtheit“ lauert nach ihrer Darstellung der Paternalismus gegenüber den Partikularisierten. Es heißt: Wir, die Aufgeklärten und ihr, mit eurer Bringschuld gegenüber unserer fortgeschrittenen Gesellschaft.

Die Blindheit gegenüber einer Realität der Ausgrenzung, die eisern regelt, wer über was sprechen darf, entlarvt die Sprecher selbst als deren Nutznießer. Schließlich bewegen wir uns in einem Kontext, in dem die christlich säkularisierte Mehrheit die „jüdisch-christliche Tradition“, die sie nun aufkündigt, erst konstruiert hatte – um eine lange Tradition des Antisemitismus vergessen zu machen – in dem sich die antiislamische Kulturkampf-These etabliert hat.“

Zum vollen Text von Sonja Vogel.

Übersicht über die bisher erschienenen Rezensionen.

Terminhinweis – Buchvorstellung und Diskussion in Leipzig: 4. Februar (19:00 Uhr), Leipzig: Universität, Referat für Gleichstellung, in Kooperation mit linXXnet e. V.: „Die deutsche Beschneidungsdebatte: Antisemitismus – Rassismus – Atheismus“ – Infos!

Neue Rezensionen von: Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“

Koray Yılmaz-Günay hat Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“ auf der Online-Rezensionsplattform „Kritisch lesen“ besprochen. In der Besprechung heißt es unter anderem:

„Dem Wesen einer „Intervention“ entsprechend kommt das Buch erst nach einem ganz wesentlichen Teil der Debatte. Es ist aber sicher kein Buch, das „zu spät“ kommt. Denn in der Tat ist die „Beschneidungsdebatte“ weder ohne ihre Vorgeschichte und ihre Kontexte zu verstehen – noch wird sie der Schlusspunkt einer Auseinandersetzung um die Anerkennung der multiethnischen und multireligiösen Zusammensetzung der bundesrepublikanischen Gesellschaft sein. Es gibt keinen Anlass, die Regelung im Bürgerlichen Gesetzbuch für das Ende dieser Debatte zu halten. Die immer neue Auseinandersetzung um Geschlecht und Sexualität bei „Muslim_innen“ (Kopftuch, Hypermaskulinität, Homophobie, Zwangsverheiratungen, „Ehrenmorde“ et cetera) wie auch das immer weitere Aufweichen des anti-antisemitischen Grund-Konsenses der BRD stehen in einem Zusammenhang mit Debatten um die Neudefinition der deutschen Nation, die seit dem Ende der West-Ost-Konfrontation stattfinden. Ohne die „Sarrazin-Debatte“, die einer breiten Schicht gezeigt hat, wie viele Dämme schon gebrochen sind und was alles (wieder) denk- und sagbar ist, wäre das Gespräch um den kleinen Unterschied nie entstanden oder aber anders geführt worden. Die Erkundungstruppen dessen, wer unter welchen Umständen und in welchem Umfang zum neuen deutschen „Wir“ gehören darf – so viel lässt sich über den Zwischenstand sicher sagen –, kommen immer ungehaltener daher.
Demgegenüber sind die hegemoniekritischen Beiträge in diesem Band nicht geschichtsvergessen. Sie sind nicht blind gegenüber aktuellen Ausprägungen von Rassismus und Antisemitismus. Sie sind patriarchatskritisch und in vielerlei Hinsicht (aus-)wegweisend in einem Umfeld, das zunehmend die Rede über etwas mit dem Etwas selbst verwechselt.“
zur vollen Rezension

Eine weitere Besprechung verfasste Ralf Buchterkirchen für Freitag.de und Verqueert.de. Darin würdigt er das Buch und schreibt unter anderem: „Das Buch wirft einen spannenden Blick auf eine emotional aufgeheizte und nicht selten rasstisch verlaufende Debatte […] Egal wie man in der Debatte steht, bietet der Band wichtige – und zudem wissenschaftlich fundierte! – Anregungen zum Weiterdenken. Er bietet zugleich die unabdingbare Grundlage, auf der man überhaupt nachdenken kann, wie emanzipatorische Religionskritik aussehen kann.“ Zur vollen Rezension bei Verqueert.de / bei Freitag.de.

Eine Übersicht über die bisher erschienenen Rezensionen zum Buch findet sich hier.

„Buchtipp zum Wochenende“ – Urteil des Fachportals MIGAZIN zu „Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“" und weitere erste Reaktionen

Es sind bereits erste explizite Empfehlungen von „Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“" erschienen. So empfihelt das Fachportal MiGAZIN, ausgezeichnet mit dem Grimme Online Award 2012, das Buch als „Buchtipp zum Wochenende“. Es stellt dabei einen Exklusivauszug vor, „Die Beschneidungsdebatte bedeutet eine neue Eskalationsebene des Diskurses der »Integration«, der in der Bundesrepublik nach den Pogromen der frühen 1990er Jahre dominant zu werden begann und mit den geistigen und faktischen Brandstifter_innen von damals und heute die Prämisse teilt, dass die Realität von Migration in Deutschland nichts zu suchen habe.“ weiter

Eine Liste der bisher erschienenen Rezensionen findet sich hier.