Als „schlecht“ und nicht aussagekräftig evaluiert: Studien der Neurowissenschaften weisen oft zu geringe Stichprobengrößen und ermittelte Effekte auf

Neurobiologische Studien weisen erhebliche methodische Schwächen auf, die die Ergebnisse und Ableitungen als abenteuerlich erscheinen lassen. Zu diesem Ergebnis kommen Forschende der University of Bristol (Großbritannien). Sie führten dazu einen umfassenden Review durch und ermittelten, dass zahlreiche der Studien viel zu kleine Stichproben und nur geringe ermittelte Effekte aufwiesen. Der Beitrag „Power failure: why small sample size undermines the reliability of neuroscience“ (Nature Reviews Neuroscience 14, 365-376 (May 2013) | doi:10.1038/nrn3475) ist über Universitätsbibliotheken oft online frei zugänglich ( Artikel ). Ein kurzer Beitrag zur Studie findet sich auch in der Süddeutschen Zeitung ( hier ). In der SZ heißt es: „[Das Ergebnis der Bristoler Forschungsgruppe] lautet kurzgefasst: Die meisten aktuellen neurowissenschaftlichen Ergebnisse sind unzuverlässig und zeugen von wenig effizienter, eigentlich überflüssiger Forschung. Die Autoren klagen: ‚Schwache statistische Aussagekraft ist ein endemisches Problem in den Neurowissenschaften.‘“

Auf diese Probleme explizit neurowissenschaftlicher Studien zu Geschlecht hatten schon Anne Fausto-Sterling (Myths of Gender; Sexing the Body) und Sigrid Schmitz (Wie kommt Geschlecht ins Gehirn?) hingewiesen. (Vgl. dazu auch „Geschlecht: Wider die Natürlichkeit“ (S.124-127) und „Biologie & Homosexualität: Theorie und Anwendung im gesellschaftlichen Kontext“ (S.40-51) [Heinz-Jürgen Voß])

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