Archiv für März 2013

„Homosexualität als Konzept“ – Interview beim Magazin „Leo“

Ich weise gern auf das Interview beim Münchner Magazin Leo hin. Geführt hat es Eric Hegmann. Im Folgenden nur ein kurzer Auszug – das vollständige Interview findet sich auf der unten verlinkten Seite:

[Frage, Eric Hegmann] Schwul, lesbisch, bi, transgender… Die Genderforschung wird von den meisten als theoretische Diskussion wahrgenommen. Welche Anforderungen stellt das an die Biologie?
[Antwort, Heinz-Jürgen Voß] Die Genderforschung hat mittlerweile exzellente Ergebnisse vorgelegt, die häufig sehr praktisch orientiert sind. Wichtige deutschsprachige und queere Forschungsarbeiten sind etwa von Fatima El-Tayeb, Jin Haritaworn, Zülfukar Çetin und María do Mar Castro Varela. Aus den Arbeiten werden klare Handlungsmöglichkeiten deutlich, wie Diskriminierung und Gewalt bekämpft werden können. Klar wird auch, dass Sexismus, Rassismus und Klassismus gemeinsam analysiert werden müssen, um wirkungsvolle Handlungskonzepte gegen die Diskriminierung und Gewalt zu entwickeln. Auch bezogen auf die Biologie gibt es sehr gute und praktisch orientierte Arbeiten, etwa von den Biologinnen Anne Fausto-Sterling und Sigrid Schmitz und dem Politikwissenschaftler Kien Nghi Ha. Sie gehen darin gerade den Vorannahmen und den methodischen Fehlern der Forschungen nach. Möglicherweise sind gerade deshalb Forschungsarbeiten aus dem Genderbereich weniger gern gesehen, weil sie alt geglaubte Gewissheiten einfach in Frage stellen und sie den „Schwanz“ in der Forschung – die Dominanz weißer Männer – in Frage stellen.“

Zum ganzen Interview.

Zum im Interview besprochenem Buch „Biologie & Homosexualität“.

Neue Rezensionen von „Intersexualität – Intersex: Eine Intervention“

Ich weise sehr gern auf die folgenden neuen Besprechungen zu dem Buch „Intersexualität – Intersex: Eine Intervention“ hin:

Bettina Enzenhofer besprach das Buch in an.schläge – das feministische monatsmagazin. In der Rezension heißt es unter anderem: „‚Intersexualität – Intersex. Eine Intervention‘ ist eine unbedingte Empfehlung für alle, die sich in den Status quo in puncto Intersex einlesen wollen. Denn wie schon in seinen letzten Veröffentlichungen gelingt es Voß auch diesmal sehr gut, komplexe biologisch-medizinische Sachverhalte in einen gesellschaftlichen Zusammenhang zu betten, und das in einer auch für Nicht-(Natur-)Wissenschaftler_innen nachvollziehbaren Weise.“ (an.schläge, februar 2013, S.39)

Kerstin Schumann schreibt auf Geschlechtergerechtejugendhilfe.de: „Buchtipp: Intersexualität – Intersex: Verständlich, übersichtlich und kurz formuliert stellt die Veröffentlichung „Intersexualität – Intersex“ von Heinz-Jürgen Voß verschiedene Diskurse zum Umgang mit Intersexualität dar. Verdeutlicht werden wissenschaftliche Erkenntnisse, ethische Diskussionen und Forderungen der Intersex-Verbände.“ Kerstin Schumann, 22.3.2013, online bei Geschlechtergerechtejugendhilfe und bei JugendInfoSevice Sachsen-Anhalt.

Eine Übersicht über die bisher erschienenen Rezensionen findet sich hier.

Und hier sind detaillierte Informationen zum Buch verlinkt.

Die.Linke und B90/Die Grünen haben wegweisende Anträge gegen die geschlechtszuweisenden Eingriffe bei Intergeschlechtlichen (Intersexuellen) gestellt!

Am 20.3.2013 haben die Bundestags-Fraktionen Die.Linke und Bündnis 90 / Die Grünen wegweisende Anträge gegen die aktuell in der Bundesrepublik Deutschland noch üblichen geschlechtszuweisenden Eingriffe bei Intergeschlechtlichen (Intersexuellen) gestellt. Diese Eingriffe stehen intensiv in der Kritik: Mit ihnen sind nahezu immer schwere und schwerste Komplikationen verbunden und sie werden von den intergeschlechtlichen Menschen als äußerst gewaltvoll und traumatisierend beschrieben. In den Anträgen heißt es nun unter anderem:

„Intersexuelle Menschen sollen als ein gleichberechtigter Teil unserer vielfältigen Gesellschaft anerkannt und dürfen in ihren Menschen- und Bürgerrechten nicht länger eingeschränkt werden. […] Der Deutsche Bundestag sieht und erkennt erlittenes Unrecht und Leid, das intersexuellen Menschen widerfahren ist, an und bedauert dies zutiefst.
Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung daher dazu auf, sicherzustellen, dass geschlechtszuweisende und -anpassende Operationen an minderjährigen intersexuellen Menschen vor deren Einwilligungsfähigkeit grundsätzlich verboten werden.“

Es schließen sich weitere sehr gute Forderungen an. Die Anträge im Volltext finden sich hier: Die.Linke und Bündnis 90 / Die Grünen. Eine erste Bewertung hat Zwischengeschlecht.info vorgenommen: hier.

Rezension bei Deutschlandradio Kultur zum Buch „Biologie & Homosexualität“

Susanne Billig hat auf Deutschlandradio Kultur das Buch „Biologie & Homosexualität: Theorie und Anwendung im gesellschaftlichen Kontext“ besprochen. Die Rezension bringt zahlreiche Punkte präzise in die Diskussion – u.a. schreibt Susanne Billig:

„Es war die größte Massenheilung der Geschichte: Als die Weltgesundheitsorganisation 1991 die Homosexualität aus der „Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD)“ strich, wurden Abermillionen gleichgeschlechtlich Liebender schlagartig von psychisch schwerkranken zu kerngesunden Menschen. […]
Präzise fühlt der Autor auch den jüngsten biologischen Begründungen auf den Zahn. Weder die Hirnforschung (Region INAH3 im Hypothalamus) noch die molekulare Genetik (das „Schwulen-Gen“ Xq28) vermögen ihn zu überzeugen. Zu vage ist die Datenlage, zu gewollt die Interpretation. Für naiv hält Heinz-Jürgen Voß allerdings auch die Hoffnung der Szene, mit dem Verweis auf die biologische Natürlichkeit homosexuellen Verhaltens die Diskriminierung einzudämmen. […] Heinz-Jürgen Voß ist keiner, der populärwissenschaftlich auf die Pauke haut. Auch sein neues Buch führt er nah an fachwissenschaftlichen Gepflogenheiten. […] und seine spannenden Recherche-Früchte präsentiert der Autor auf schmalen 88 Seiten.“

Link zur ganzen Rezension.
Link zur mp3-Datei.

Biologie & Homosexualität: Theorie und Anwendung im gesellschaftlichen Kontext
Heinz-Jürgen Voß
Unrast, 87 Seiten, 7,80 EUR
ISBN 978-3-89771-122-8
Verlagsinformationen und Bestellmöglichkeit.

Biologie & Homosexualität: Übersicht über erschienene Rezensionen

Susanne Billig hat „Biologie & Homosexualität: Theorie und Anwendung im gesellschaftlichen Kontext“ auf Deutschlandradio Kultur rezensiert. Susanne Billig schreibt unter anderem: „Präzise fühlt der Autor auch den jüngsten biologischen Begründungen auf den Zahn. Weder die Hirnforschung (Region INAH3 im Hypothalamus) noch die molekulare Genetik (das „Schwulen-Gen“ Xq28) vermögen ihn zu überzeugen. Zu vage ist die Datenlage, zu gewollt die Interpretation. Für naiv hält Heinz-Jürgen Voß allerdings auch die Hoffnung der Szene, mit dem Verweis auf die biologische Natürlichkeit homosexuellen Verhaltens die Diskriminierung einzudämmen. […] Heinz-Jürgen Voß ist keiner, der populärwissenschaftlich auf die Pauke haut. Auch sein neues Buch führt er nah an fachwissenschaftlichen Gepflogenheiten. […] und seine spannenden Recherche-Früchte präsentiert der Autor auf schmalen 88 Seiten.“ Susanne Billig, Deutschlandradio Kultur, 18.3.2013 (vollständig lesen) In der Audio-Version (live im Radio) hebt Susanne Billig zusätzliche Punkte hervor und schließt: „Die ganze Debatte um Sexualität ist so von Befindlichkeiten und Bauchgefühlen überzogen – da macht es natürlich Sinn auch so ein Buch eher ganz solide, eher ganz faktengetreu anzulegen.“ anhören (mp3)

Auf MDR Figaro – Das Kulturradio (Sendung vom 31. Mai 2013) heißt es zum Buch: „Ist Homosexualität angeboren? Gibt es ein ’schwules‘ Gen? Oder gar eine homosexuelle Gehirnregion? Diese Fragen versuchen zahlreiche Studien seit Jahrzehnten zu klären – bislang ohne Erfolg. Dr. Heinz-Jürgen Voß wundert das nicht. In seinem Buch „Biologie & Homosexualität – Theorie und Anwendung im gesellschaftlichen Kontext“ wirft der Biologe einen Blick in die Geschichte und beleuchtet dabei, wie stark Sexualität und Wissenschaft verstrickt sind.“ Die Einordnung des Buches durch Sophia Geß, in Zusammenhang mit einem Interview, lässt sich hier anhören (mp3-Datei).

Markus Chmielorz hat das Buch auf seiner Homepage besprochen und führt unter anderem aus: „Eine weitere Station ist nun der von Heinz-Jürgen Voß vorgelegte kleine Band mit dem Titel “Biologie und Homosexualität” […], der damit eine im besten Sinne emanzipatorische und aufklärerische Tradition fortsetzt.“ Die vollständige Besprechung findet sich hier online.

In der Münster’schen Zeitschrift für Lesben „Lexplosiv“ wurde das Buch besprochen: „Das im handlichen Format erschienene Buch beleuchtet auch für Laien verständlich die Hintergründe der verschiedenen Theorien, erklärt die Zusammenhänge und stellt die immer noch starren gesellschaftlichen Geschlechterkategorien zu Recht in Frage. Und wer sich näher mit dem Thema befassen möchte: am Ende des Buches gibt es eine ausführliche Literaturliste.“ Lexplosiv, Nr. 44, S.17;

Ulrike Kümel rezensierte „Biologie & Homosexualität“ auf Queer.de und schreibt unter anderem: „In seinem Band ‚Biologie & Homosexualität‘ beschäftigt sich Heinz-Jürgen Voß mit der noch immer ergebnislosen Forschung nach der ‚Ursache‘ der gleichgeschlechtlichen Liebe. [… Das Buch] bietet für Wissenschaftler_innen eine gute Arbeitshilfe. Es ist dennoch für interessierte Laien leicht verständlich, weil es gut gegliedert und lesbar geschrieben ist; zudem befindet sich am Ende eine ‚zusammenfassende Darstellung der zentralen Studien zur Biologie männlicher (und weiblicher) Homosexualität‘.“ Queer.de, hier online;

Gundula Hase schreibt in ihrer Buchempfehlung auf Die andere Welt: „Heinz-Jürgen Voß […] stellt heraus, dass Homosexualität historisch ein neues Konstrukt ist – Jahrtausende lang dachten Menschen weder heteronormativ noch zweigeschlechtlich, so dass keine Bedarf an der Erfindung einer homosexuellen Identität bestand. Es ist ein kleines und sehr kompakt geschriebenes Buch.“ Die andere Welt, hier online;

Zoltan Carnowasch schreibt als Rezension bei Amazon unter anderem: „Außergewöhnlich gut wird in diesem schmalen Band das ganze (populär-)wissenschaftliche Geschwafel rund um die Ursachen von Homosexualität hinterfragt, kritisiert und enttarnt.“ Und Gebirgsziege schließt an gleichem Ort an: „Das Büchlein ist zwar klein, gibt aber den aus meiner Sicht bislang fundiertesten Einblick in die biologischen Forschungen zu Homosexualität. Und es zeigt auch immer wieder, wie aus den Forschungsergebnissen medizinische Versuche abgeleitet wurden: Menschen wurden noch in der Bundesrepublik in Zwangssituation dazu genötigt, Eingriffe am Gehirn vornehmen zu lassen!“

Zum Buch (Verlagsseite).

Die Übersicht wird hier weitergeführt.

Intergeschlechtlichkeit (Intersexualität): Glatte Fehlinformationen von einem Arzt im Rahmen der Leipziger Buchmesse:

Intergeschlechtlichkeit: Glatte Fehlinformationen von einem Arzt ( Wieland Kiess ) im Rahmen der Leipziger Buchmesse. Zudem offensichtlich von der Leipziger Volkszeitung (LVZ) gewollt – sonst hätten sie auch Kritik zugelassen (und u.a. auch auf die zum Behandlungsprogramm kritische Buchvorstellung im Rahmen der Buchmesse „Intersexualität – Intersex: Eine Intervention“ hingewiesen).
Bei der LVZ heißt es: „Überstürzte Geschlechtsanpassungen gibt es nicht mehr. Zum Glück, findet Kiess. „Mein Ziel ist es, Eltern so aufzuklären, dass sie fast genauso Bescheid wissen wie wir Ärzte.“ Heute wird nur in Ausnahmefällen – wenn durch die gestörte Entwicklung die Gesundheit des Kindes gefährdet wäre – operiert. Ansonsten kann der Betroffene später selbst entscheiden, ob er als Mann oder Frau leben und sein Geschlecht eventuell durch eine Operation angleichen möchte.“ ( http://www.lvz-online.de/gestaltete-specials/campus_online/lehre_forschung/mann-frau-beides-leipziger-buchmesse-akademie-zum-dritten-geschlecht/r-lehre_forschung-a-179821.html )
Genau diese Argumentation wurde und wird von Medizinern gern bemüht – und wurde schon im Jahr 2000 genutzt: „Heute sei ja alles anders.“ Und damit finden dann die gleichen traumatisierenden und geschlechtszuweisenden Eingriffe weiter statt… Im Jahr 2000 wurde diese Argumentation klar von Michel Reiter kritisiert: „Werden Kritiken an den geschlechtlichen Assimilationsmethoden laut, wie in den USA seitens der Intersex Society of North America (ISNA) oder der AGGPG in Deutschland formuliert, versucht man diese zuerst zu Spinnern zu erklären; und nützt dies nichts, werden Übernahmeangebote an die Aktivisten getätigt, indem man ihnen eine wissenschaftliche Karriere in Aussicht stellt und sie an einer Modifikation ihrer Behandlungen beteiligt. Gleichfalls versichert man, vor allem gegenüber der Öffentlichkeit, die Eingriffe humaner zu gestalten, indem die Quantität der chirurgischen Eingriffe reduziert, ihre Qualität und eine psychotherapeutische Hilfeleistung dagegen expandiert werden. Beweise für diese Behauptungen werden nicht geliefert. Man spricht von Fehlern in der Vergangenheit und den technischen Weiterentwicklungen heute und in Zukunft. Daß es dabei ungebrochen um des Gärtners Vorstellungen geht, um viel Geld und Forschungsmaterial, um Prestige und Macht, aber niemals um den Menschen, fällt dort nicht weiter auf…“ (online) Und seit dem Jahr 2000 sind ja nun schon einige Jahre vergangen – und dennoch hatte sich ja an den Eingriffen ganz offensichtlich nichts verbessert – sonst wäre die Debatte jetzt nicht in Gang und wäre die Bundesregierung nicht so deutlich von UN-Ausschüssen gerügt worden…

Was mich am meisten ärgert ist, dass Journalist_innen ( konkret: Dominique Bielmeier ) auf diese Einseitigkeit der Ärzte reinfallen und zudem so viel Platz erhalten!

Koray Yılmaz-Günay in der „Jungen Welt“: „…dann müssen wir in der Analyse Sexismus, Rassismus und Klassenverhältnisse zusammendenken“!

Sehr lesenswertes Interview mit Koray Yılmaz-Günay in der Zeitschrift „Junge Welt“ ( http://www.jungewelt.de/2013/03-09/001.php )! Koray Yılmaz-Günay wendet sich in einer klaren Analyse dem Rassismus zu und fordert eine intersektionale Perspektive ein – unter anderem führt er aus:

„Der Rassismus der einen steht mit dem Rassismus der anderen in Verbindung. Ich denke in diesen Tagen oft zurück an den sogenannten Asylkompromiß. Ist es nicht legitim zu sagen, daß vor ziemlich genau 20 Jahren eine ganz breite Front von durchschnittlicher Bevölkerung, Neonazis und Politik einander in die Hände gespielt haben? Die Pogrome mit Würstchenstand wurden mit der faktischen Abschaffung des Grundrechts auf Asyl belohnt. […] Es ist verheerend, dass eine bleibende Kritik meist nur von den «Betroffenen» formuliert wird. Eine der Ausweglosigkeiten, die mich am meisten beschäftigten, ist die Abkoppelung von marxistischer Analyse, Feminismus und Rassismus-Kritik. Wenn eine Reinigungskraft mit Kopftuch noch nie Anstoß erregt hat, dafür aber buchstäblich jede Kopftuchträgerin, die Lehrerin werden wollte, dann müssen wir in der Analyse Sexismus, Rassismus und Klassenverhältnisse zusammendenken.“

Zum vollständigen Interview.

Buchempfehlung: „Stop Trans*-Pathologisierung“

Unbedingt empfehlenswert: „Stop Trans*-Pathologisierung“. Seit 2007 hat sich durch die internationale Kampagne „STP-2012″ der Kampf gegen die Pathologisierung, die institutionelle und alltägliche Gewalt gegen Trans*-Personen intensiviert. Dabei konnten von den streitenden Trans*-Menschen einige Erfolge erzielt werden – unter anderem gerade in Bezug internationale Vernetzung, kommunalen Aktivismus und intersektionale Weiterentwicklung der Forderungen.

Der vorliegende Band bereitet die neueren Entwicklungen auf dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Theoriebildung und des politischen Aktivismus auf. Die Autor_innen heben dabei deutlich heraus, wie gerade die Institution Medizin an der Gewalt und Unterdrückung von Trans*-Personen Anteil hat, dadurch dass sie Trans*-Menschen als „krank“ stigmatisiert. Die Medizin ist dabei in aktuelle normalisierende gesellschaftliche Entwicklungen eingebunden. D. Demiel schreibt dazu im Band:

„Die heutige Neubelebung stigmatisierender Zuschreibungen gegen Trans* genauso wie insbesondere gegen die so genannten Verlierer_innen der Konkurrenz- bzw. Leistungsgesellschaft darf nicht weiter zugelassen, der Rechtsruck der Gesellschaft nicht weiter stillschweigend in Kauf genommen, Vorurteile dürfen nicht weiter reproduziert bzw. Ängste nicht mehr geschürt werden. Es gilt, die Ursachen und Verursacher_innen für komplexe soziale Probleme klar zu benennen und vereinfachende Lösungsansätze […] abzulehnen. Rassismus und Ausgrenzung sind Standbeine einer Wirtschaftslogik, die Menschen auf ihren bloßen ‚Nutzen‘ (Mehrwert) bzw. ihre ‚Verwertbarkeit‘ reduziert, sie erpressbar und manipulierbar macht sowie sie entsolidarisieren soll.“ (S.21)

Insgesamt bietet der Band einen wichtigen fundierten Überblick und macht klar, dass Streiten, das erfolgreich sein soll, 1) international vernetzt, 2) kommunal verankert und 3) intersektional – also mit Blick auf die Verschränkung von Rassismus, Sexismus und Klassismus – erfolgt.

Anne Allex (Hg.)
Stop Trans*-Pathologisierung

Berliner Beiträge für eine internationale Kampagne
ISBN 978-3-940865-36-6 I 2012 I 9,50 EUR
Verlagsinformationen

Hannoversche Frauentagsveranstaltungen – u.a. „AUFSTAND AUS DER KÜCHE“ über Globalisierung und geschlechtsspezifische Arbeitsteilung

Die Veranstaltungen des hannoverschen Frauenbündnisses und zahlreiche Beiträge findet ihr und finden Sie ausführlich in der diesjährigen Zeitung zum Internationalen Frauentag – u.a. hier online.

Eine Veranstaltung möchte ich kurz herausgreifen:
AUFSTAND AUS DER KÜCHE:
GLOBALISIERUNG UND GESCHLECHTSSPEZIFISCHE ARBEITSTEILUNG
Café Kargah, Hannover: Mittwoch, 13.03.2013, 19:30 Uhr
Veranstaltungsinformationen und Veranstaltungsflyer

Lehr- und Lernmaterialien für den Schulunterricht: Mathematik / Naturwissenschaft / Gender und Diversity

Es sind einige neue und gute Schulmaterialien mit praktischen Handreichungen erschienen, mit Blick auf Gender- und Diversity-Kompetenz – gegen rassistische und sexistische Diskriminierung -und dabei auch explizit für den Mathematik- und den naturwissenschaftlichen Unterricht:

1) Genderkompetenz im Mathematikunterricht: Fachdidaktische Anregungen für Lehrerinnen und Lehrer
…wendet sich den gesellschaftlichen Vorurteilen bzgl. unterschiedlicher Fähigkeiten von Jungen und Mädchen zu und regt Lehrer_innen an, diese zu reflektieren…
Das Material ist hier als pdf-Datei verfügbar.

2) Gender_Diversity-Kompetenz im naturwissenschaftlichen Unterricht: Fachdidaktische Anregungen für Lehrerinnen und Lehrer
…fasst für die naturwissenschaftlichen Fächer Biologie, Chemie und Physik die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse zusammen und regt den tolerierenden Umgang auch mit geschlechtlicher Vielfalt an.
Das Material als pdf-Datei.

Schließlich gibt es noch einige weitere neue sehr gute Materialien, die sich allgemein der Anerkennung von Vielfalt in der Schule zuwenden:

3) Vielfalt, Integration, Zusammenleben. Unterrichtsmaterialien für die 7. und 8. Schulstufe
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4) ICH- DU- WIR. Unterrichtsvorschläge und Projekte für die schulische und grenzüberschreitende Auseinandersetzung mit Diversität
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5) Ganz schön intim: Sexualerziehung für 6 – 12 Jährige – Unterrichtsmaterialien zum Download
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