Intersex war Thema eines Beitrages der gestrigen (26.1.) „Studiozeit“ im Deutschlandfunk. Ingeborg Breuer hat für den Beitrag bei der Dresdner Tagung „Transgender und Intersex in Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft“ zahlreiche Interviews geführt – mit Ins A. Kromminga, Stefan Horlacher, Susanne Schröter, Hertha Richter-Appelt und Heinz-Jürgen Voß. Herausgekommen ist ein Beitrag, der der Heterogenität der Ansichten gerecht wird und weiter dazu beiträgt, Menschen in ihrer Individualität anzuerkennen.
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in bezug auf (trans-)gender mag das zutreffen.
in bezug auf intersex sieht es leider anders aus: der hier aus sicht der betroffenen zentrale punkt des andauerns der genitalverstümmelungen heute wird nicht konkret angesprochen, die einzige halbwegs konkrete erwähnung geschieht in der vergangenheitsform, weiter wird suggeriert, heute sei die medizin ja weiter …
als einzige politische konsequenz wird nicht etwa die forderung betroffener nach beendigung der verstümmelungen erwähnt, sondern einmal mehr ausschliesslich die forderung dritter interessengruppen nach personenstandsreform.
auch sonst werden die anliegen betroffener kosmetischer genitalops im kindesalter systematisch verfälscht:
tatsache ist, dass sich betroffene zusammenschlossen, um von anfang an in erster linie die verstümmelungen anzugehen, vgl. z.b. http://www.isna.org/articles/chase1995a
(ganz ähnliche verzerrungen übrigens auch im bei dir ebenfalls erwähnten bericht der böll-stiftung zur tagung, in dem als politische konsequenz einzig der bezug auf yogyakarta erwähnt wird, jedoch NIRGENDS das von betroffenen seit 1993 zentral erwähnte recht auf körperliche unversehrtheit und der verlust der sexuellen empfindungsfähigkeit. ebenso wird der schwerpunkt gelegt auf „eventuell gewünschte Behandlungen von den Betroffenen“, jedoch wird nirgends konkret die beendigung der genitalverstümmelungen an kleinkindern unabhängig vom „Ziel einer „eindeutigen Geschlechtszuweisung““ erwähnt – eine offensichtlich aus politischen gründen vorgenommene begriffsverengung, die sich fatalerweise genau mit der von den medizynern aktuell propagierten definitionsverengung deckt, mit der, wenn überhaupt, künftig nur auf einen minimalen bruchteil der lukrativen verstümmelungen an kindern verzichtet werden muss – laut westernfelder im ethikratdiskurs jährlich grad mal in 25 fällen, im vergleich zu insgesamt über 600 genitalops an kindern jährlich laut finke/höhne.)
siehe übrigens auch hier:
http://zwitterforum.ath.cx/index.php?&topic=1926