Archiv für Juli 2011

„Vier Sterne“, „sehr gut“ meint das Stadtmagazin PRINZ Leipzig zum Buch „Geschlecht – Wider die Natürlichkeit“

Das Stadtmagazin PRINZ Leipzig beurteilt „das aktuelle, Diskussionen aufwirbelnde Taschenbuch ‚Geschlecht – wider die Natürlichkeit‘“ mit vier Sternen, als „sehr gut“. Es „belegt […] die Existenz von mehr als zwei Geschlechtern“, so PRINZ in der aktuellen gedruckten Ausgabe (Juli 2011, S.79).

Eine Übersicht über die bereits erschienenen Rezensionen findet sich hier.

Massive Rüge der UN an Deutschland

Erneut zeigen sich die Vereinten Nationen tief besorgt über die gesellschaftlichen Verhältnisse in der Bundesrepublik Deutschland. Sie stellen eine Diskriminierung von Migranten fest, zur Sicherung eines ausreichenden Lebensstandards für Arme wird zu wenig getan, so die UN. So werden die Rechte von Migranten auf Bildung und Berufstätigkeit beschränkt, Sozialleistungen vorenthalten. Arme seien davon betroffen, dass Hatz IV keinen angemessenen Lebensstandard sichere. Auch das Ostdeutsche nach wie vor in der Gesellschaft deklassiert sind und Geschlechterklischees die Möglichkeiten von Frauen beschränken, stößt auf deutliche Kritik der UN. (Es berichtete zuerst der Tagesspiegel.) – Interessant ist, dass alle Kritikpunkte Punkte sind, die in den vergangenen Jahren konsequent die Partei Die.Linke immer wieder problematisierte und sich im Bundestag für Änderungen einsetzte. Während deren Vertreter_innen sich bestätigt fühlen können und implizit für Ihre Tätigkeit gewürdigt werden, ist es an der Zeit, dass endlich von allen Parteien die Kritiken der Vereinten Nationen an der Sozialpolitik und der Arbeitspolitik ernst genommen werden.

Rezension zu: Kathrin Peters, Rätselbilder des Geschlechts

Kathrin Peters
Rätselbilder des Geschlechts: Körperwissen und Medialität um 1900

diaphenes, 256 Seiten,
ISBN 978-3-03734-091-2
€ 25,90 / CHF 39,00
Verlags-Infos

Abstract der Rezension: In dieser fundierten Untersuchung biologisch-medizinischer Geschlechtertheorien um 1900 wendet sich die Kunst- und Kulturwissenschaftlerin Kathrin Peters, ausgehend von fotografischen Darstellungen, sogenanntem ‚uneindeutigem Geschlecht‘ zu. Auch stellt sie dar, wie sich in der Folge der Betrachtungen eines ‚schönen Ideals‘ Ende des 19. Jahrhunderts zunehmend ein Denken von ‚Normalität und Abweichung‘ etablierte und wie sich die biologisch-medizinischen Theorien der Geschlechterdifferenzen veränderten. Sie zeigt mit ihren Bildanalysen, wie Fotografien in unterschiedlichen Kontexten verschiedene Wirkungen entfalten und wie sie in wissenschaftlichen Publikationen gezielt eingesetzt wurden. Als problematisch erscheint es indes, dass Bilder – wenn auch historische – von untersuchten Patient/-innen abgedruckt werden, die offensichtlich genötigt worden waren, ihre Genitalien dem Fotografen zu zeigen.“ Die vollständige Rezension findet sich bei querelles-net.de, hier.

„Stimme X/Y“ – Wenn die Stimme irritiert. Film und Veranstaltung mit Tino (Valentin)

Tino (Valentin) hat „natürlich“ eine recht hohe Stimme und rief damit nicht selten Verunsicherungen hervor. Er machte eine Sprechtherapie, um situativ auch eine „angepasstere“, tiefere Stimme einsetzen zu können. Von dem Weg, Gründen und Irritationen berichtet das folgende Video. Am 12. Juli wird der Film in Weimar vorgestellt und diskutiert Tino mit Wissenschaftler_innen, Künstler_innen, Studierenden und allen Interessierten Fragen der Geschlechternormen.

Stimme X/Y from Maria Helena on Vimeo.

Fußball: Frauen stehen nach Fouls schneller wieder auf als Männer

Zahlreiche Zeitschriften berichteten in den letzten Tagen bereits über eine Studie am Lehrstuhl für Trainingswissenschaft und Sportinformatik der TU München. Dort wurden Spiele des Frauen-Fußballs und des Männerfußballs analysiert. Dabei kam nicht nur heraus, dass in den untersuchtuen Fußballspielen bei den Männern die Spielunterbrechungen länger waren als bei den Frauen, sondern dass die Männer sich bei Fouls theatralisch inszenierten und am Boden verharrten.

„TUM-Sportwissenschaftler Prof. Martin Lames erklärt: „Generell können die Unterschiede so interpretiert werden, dass bei den Männern der Gedanke der Inszenierung viel stärker ausgeprägt ist als bei den Frauen, bei denen offensichtlich das Spiel an sich im Vordergrund steht.“ Show-Effekte, Schauspielereien und Proteste seien weitgehend den Männern vorbehalten. Lames: „Der Grund dafür könnte sein, dass die Spiele der Männer generell vor mehr Zuschauern und mit höherer medialer Aufmerksamkeit ausgetragen werden.““ (aus: Frauen stehen schneller wieder auf, career-women.org, 23.06.2011) Durch internationales Spiel würde sich in dem theatralischen Verhalten eine Angleichung ergeben (vgl. auch Spiegel-Online, mit Bezug auf Prof. Lames).

Bei den Untersuchungen zeigten sich auch andere Emotionen mehr bei den Männern, weniger bei den Frauen. Gleichzeitig wird deutlich, wie Inszenierungen Auftritte prägen – wie volle Stadien und die Inszenierung auf dem Platz wichtige Beiträge im Fußballspiel darstellen, und keineswegs die Spielleistung die Spiele prägen. So nahmen Spielunterbrechungen in den untersuchten Spielen 38 Prozent, teilweise mehr als die Hälfte der Spielzeit in Anspruch.

Bettina Enzenhofer zu „Geschlecht: Wider die Natürlichkeit“

Bettina Enzenhofer urteilt in ihrer Rezension „Emanzipatorische Biologiekritik“ im feministischen Monatsmagazin „an.schläge“: „Wer bislang noch nichts von Heinz-Jürgen Voß gelesen hat, sollte dies nun unbedingt nachholen – uneingeschränkt empfohlen sei sein neuestes Buch „Geschlecht. Wider die Natürlichkeit“. Waren schon seine Dissertation („Making Sex Revisited“, siehe an.schläge 06/2010) und etliche seiner Artikel (z.B. über die Komplexität von Geschlecht, über Intersexualität etc.) wegweisend, so destilliert Voß seine Erkenntnisse nun nochmals: Noch verständlicher geschrieben, noch mehr Einbettung in gesellschaftskritische Ansätze (z.B. von Karl Marx, Simone de Beauvoir) und durch einige „Exkurse“ noch nachvollziehbarer. Das Buch wurde unlängst sogar vom Bildungsserver Hessen als Unterrichtsmaterial für die Sekundarstufe II empfohlen.“ (an.schläge – das feministische Monatsmagazin, Juli/August 2011, S.38, www.anschlaege.at)

Hier findet sich die komplette Rezension als pdf-Datei (Herzlichen Dank für das Einverständnis an Autor_in und Redaktion!)

Eine Übersicht über die bereits erschienenen Rezensionen findet sich hier.