Archiv für Juni 2011

Kerstin Bischl besprach „Making Sex Revisited“ bei H-Soz-u-Kult

Kerstin Bischl (Institut für Geschichtswissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin) rezensierte „Making Sex Revisited: Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch-medizinischer Perspektive“ auf H-Soz-u-Kult, Fachforum und moderierte Informations- und Kommunikationsplattform für Historikerinnen und Historiker.

Bischl urteilt abschließend u.a.: „Die Auseinandersetzung mit historischen Geschlechtermodellen ist Ausgangspunkt von Voß‘ Buch, und diese führt er trotz einer teilweise etwas sperrigen Einleitung sehr solide, kenntnisreich und reflektiert. Der Reiz des Buches aber liegt in seinem dritten Kapitel. Denn bislang gibt es nur wenig Versuche, zeitgenössische molekular-biologische Erkenntnisse über Geschlecht jenseits sprachphilosophischer Argumente fundiert und kritisch in den Blick zu nehmen.[2] Als Diplom-Biologe und Doktor der Philosophie ist Voß vermutlich auch einer der wenigen, die dies können. Die von ihm vorgebrachten Darstellungen, Argumente und Kritiken scheinen – soweit es von einer Nicht-Biologin und Nicht-Medizinerin beurteilt werden kann – plausibel und es stellt sich die Frage, wie Naturwissenschaftler_innen auf sie reagieren.“

Die vollständige Rezension findet sich hier.

Eine Übersicht über die erschienenen Rezensionen findet sich hier.

Besprechung von „Geschlecht: Wider die Natürlichkeit“ in den „aep informationen“

Monika Jarosch rezensierte „Geschlecht: Wider die Natürlichkeit“ in den „aep informationen – Feministische Zeitschrift für Politik und Gesellschaft“ und schreibt u.a.: „Das Buch ist hochinteressant und es macht Freude, einem Naturwissenschaftler in seinen Beweisführungen wider die Natürlichkeit des Geschlechts zu folgen.“

Das aktuelle Heft der „aep informationen – Feministische Zeitschrift für Politik und Gesellschaft“ kann hier bestellt werden.

Eine Übersicht über die bereits erschienenen Rezensionen findet sich hier.

„Aus negativen Testergebnissen werden positive“ – interessanter Artikel im „Neuen Deutschland“ vom 3. Juni 2011 zu direkten Manipulationen wissenschaftlicher Ergebnisse

Die ökonomische Abhängigkeit von WissenschaftlerInnen ist augenfällig. Stets wenn es darum geht, Foirschungsprojekte einzuwerben oder eine Verlängerung zu erhalten, ist man darauf angewiesen, „gute“, „verwertbare“ Ergebnisse vorzuweisen. Dazu gibt es allerlei Handwerkszeug – die Auswahl der Methode, die Zuspitzung der Forschungsfrage etc. Aber es wird auch direkt manipuliert, wie der Artikel im „Neuen Deutschland“ plastisch am Beispiel der Pharmaindustrie zeigt:

Aus negativen Testergebnissen werden positive: Arzneimittelindustrie manipuliert Studien und nimmt Behandlungsfehler bei den Patienten in Kauf

Pharmakonzerne nehmen immer mehr Einfluss auf wissenschaftliche Publikationen und klinische Studien. Experten fordern Konsequenzen.

Manipulationen durch die Pharmaindustrie werden zunehmend zu einem Problem klinischer Forschung und von Fachpublikationen. Nun fordern Experten eine striktere Politik von den Redaktionen. Sollte sich herausstellen, das Forschungsarbeiten auf manipulierten Daten beruhen, müssten die entsprechenden Studien zurückgezogen werden, um weiteren Schaden zu vermeiden.“ weiter beim „Neuen Deutschland“

6. Juli, Hannover: „Keine Bundeswehr an Schulen!“; am 8. Juli dann Proteste gegen das militaristische „Sommerbiwak“


(Flyer als pdf-Datei: Vorderseite / Rückseite)

„Bundeswehr an Schulen: Rekrutierung im Klassenzimmer und der antidemokratische Hintergrund dieser Rekrutierungsstrategie“

# Mittwoch, 6. Juli 2011, ab 19 Uhr
# im Pavillon (Lister Meile 4, Hannover)

Beim diesjährigen „Friedensbiwak“ stehen die Rekrutierungsstrategien der Bundeswehr an Schulen im Fokus. Bei einer Podiumsdiskussion diskutieren Vertreterinnen und Vertreter von Schulen, Friedensbewegung und Gewerkschaft über die Werbestrategien der Bundeswehr und mögliche Konzepte dagegen. Auf Einladung von Friedensbüro Hannover e.V. und DFG-VK Hannover, in Kooperation mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hannover und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen, diskutieren auf dem Podium: Jonna Schürkes (Informationsstelle Militarisierung), Harald Haupt (Kreisvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Hannover Stadt), Manuel Junge (ehemaliger Schüler der Elsa-Brändtström Schule in Hannovers Südstadt) und N.N. (StadtschülerInnenrat Hannover). Im zweiten Teil wird die Diskussion geöffnet, so dass sich alle Interessierten mit Fragen und Anmerkungen einbringen können. Es moderiert Brunhild Müller-Reiß. (mehr…)

Uschi Siemens rezensiert „Geschlecht: Wider die Natürlichkeit“ in „Wir Frauen – das feministische Blatt“

Unter dem Titel „Eins, zwei … viele Geschlechter? Die Berührung eines Tabus“ hat Uschi Siemens in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Wir Frauen – das feministische Blatt“ eine Rezension von „Geschlecht: Wider die Natürlichkeit“ veröffentlicht. Siemens diskutiert die Schrift differenziert, möchte nicht darin folgen, dass das „biologische Geschlecht […] gesellschaftlich produziert und nicht natürlich ist.“ Vielmehr erkennt sie „ein doppeltes Verhältnis […]: einerseits ein natürliches, andererseits ein gesellschaftliches.“

Diese Frage ist in der Tat ein Knackpunkt für die weitere feministische und queer-feministische Diskussion: Aus meiner Perspektive – und in „Geschlecht: Wider die Natürlichkeit“ wird dies dargelegt – sollte man sich nicht allzu schnell in einen vermeintlich „natürlichen Rest“ flüchten, der vorgegeben und unabänderlich wäre, sondern tatsächlich die gesamte Reichweite von Entwicklungsbetrachtungen ausloten.

Siemens beschließt die Rezension mit Betrachtungen zu „Gesellschaftskritik und Geschlechterkritik“: „Voß konstatiert in seinem Buch, dass sozialer Fortschritt verbunden ist mit Veränderungen im Produktionsprozess und mit sozialen und politischen Kämpfen der Arbeiter- und Frauenbewegung. Leider lässt er die Frage unbeantwortet, wo er im heutigen Produktionsprozess die Veränderungen sieht, die zu mehr Freiheit und zur Anerkennung von Geschlechterdifferenzen führen könnten. Aber er zeigt immerhin, dass die Befreiung von patriarchaler Unterdrückung nur zusammengeht mit der Befreiung von kapitalistischer Unterdrückung. Und dass diese Befreiung ein Akt der Menschen selbst sein muss.“

Das aktuelle und interessante Heft von „Wir Frauen – das feministische Blatt“ kann man direkt auf der Homepage bestellen: http://www.wirfrauen.de/ . Die vollständige Rezension findet sich dort auf S.10/11.

Eine Übersicht über die bereits erschienenen Rezensionen findet sich hier.