Bei den Linken Buchtagen 2010 blieben offene rassistische Aussagen unwidersprochen. Unverblümt konnte bei der Vorstellung des Buches „Sex, Djihad und Despotie“ des Autors Thomas Maul Hass auf Muslime geäußert werden – die Rede war tatsächlich von Hass, vom Publikum wurde nicht empört widersprochen, ein Kritiker wurde des Saals verwiesen. Von den Veranstalter_innen ist mir bislang keine Stellungnahme bekannt.
Detaillierte Informationen zu den rassistischen Vorkommnissen finden sich hier: http://de.indymedia.org/2010/06/285054.shtml . Auch die Tageszeitung „Neues Deutschland“ berichtete.
Kein Fußbreit den Rassisten! Hier zeigt sich wie tief sich aktuell rassistisches Gedankengut in Gesellschaft einwebt. Erwartet man von Linken Buchtagen selbstverständlich engagiertes Eintreten gegen Hass und Rassismus, scheint dies nicht mehr selbstverständlich zu sein. Eine klare Abgrenzung gegen die rassistischen Aussagen von Seiten der Veranstalter_innen und des Publikums ist notwendig – und ich fordere Euch dazu auf!
Kein Fußbreit den Rassistien! Rassismus entschieden entgegentreten!






Hallo, du bist wohl noch neu in der Szene oder Berlin? Da weiß nämlich jeder, dass Peter-Energiebällchen-Nowak alles andere als eine seriöse Quelle ist. Und er ist ja der Autor des ND-Artikels wie des Indy-Artikels. „Von den Veranstalter_innen ist mir bislang keine Stellungnahme bekannt“, schreibst du, und trotzdem zeigt sich schon für dich, „wie tief sich aktuell rassistisches Gedankengut in Gesellschaft einwebt“ und du wirst zur pathetischen Kämpferin: „Kein Fußbreit den Rassisten! Rassismus entschieden entgegentreten!“ Was ist, wenn nichts passiert wäre, außer dass Peter einen seiner bekannten wahnsinnigen Auftritte hatte? Dann hast du geholfen, Lügen und Verleumdungen zu verbreiten. Wem im Kampf gegen den politischen
Gegner keine besseren Argumente als Lügen einfallen, der demontiert sich selbst. Aber gräm dich nicht, du bist ja nicht allein…
Die Linken Buchtage haben nun Stellung zu dem Artikel in der Zeitschrift Neues Deutschland bezogen. Sie findet sich hier:
http://linkebuchtage.de/cms/program/detail.php?nr=1144&rubric=Veranstaltungen&
Im Folgenden von der Homepage zitiert (Stand: 29.06.2010, 22.05 Uhr):
„Stellungnahme zum Artikel im Neuen Deutschland über die Veranstaltung von Thomas Maul
Als Organisationsgruppe der Linken Buchtage 2010 waren wir während der gesamten Dauer der Veranstaltung mit Thomas Maul zu dessen Buch »Sex, Djihad und Despotie. Zur Kritik des Phallozentrismus« zugegen. Wir weisen die Darstellung der Wortbeiträge im Neuen Deutschland vom 28.06.2010 als unwahr zurück:
»(…) Ein Teilnehmer verstieg sich – von dieser islamischen Weltverschwörungstheorie ermutigt – unwidersprochen zu der Aussage, man müsse auch sagen dürfen, dass man die Moslems hasst.«
1. Die Aussage, man »müsse sagen dürfen, dass man die Moslems hasst« ist auf der Veranstaltung nicht getroffen worden.
2. Der falsch zitierte und in einem falschen Diskussionszusammenhang gerückte Wortbeitrag wurde kritisch diskutiert.
Unmittelbar zuvor sprach der Referent im Zusammenhang von Antisemitismus und Rassismus von Relativierungs- und Verharmlosungstendenzen und erläuterte, warum seiner Auffassung nach von einer allgemeinen Islamophobie nicht gesprochen werden könne. Der Referent billigte hingegen vor dem Hintergrund antisemitischer , homophober und sexistisch motivierter Gewalt Homosexuellen, Frauen, Juden und anderen rationale Gründe für ihre Angstgefühle zu.
Darauf folgte eine im Artikel des ND falsch zitierte Wortmeldung aus dem Publikum. Der Veranstaltungsbesucher äußerte sich im Zusammenhang mit dem vom Referenten erwähnten antisemitischen Angriff auf eine jüdische Tanzgruppe am 19. Juni in Hannover dahingehend, dass Angst ein passives Gefühl sei, wohingegen Hass auf den Islam eine für die Opfer geeignetere Haltung darstellen könnte.
Der Referent Thomas Maul äußerte daraufhin die Ansicht, dass die Ideologie des Islam als Gegner zu begreifen sei und deren Träger nicht als »das Andere« angesehen werden dürften, wie es im Konflikt zwischen Palästinensern und Juden geschehe.
Die Organisationsgruppe der 8. Linken Buchtage Berlin 2010″
Nun Anmerkung/Bewertung von mir (Heinz-Jürgen Voß): Auch aus dem was aus der Stellungnahme der Organisationsgruppe hervorgeht finde ich die Veranstaltung äußerst problematisch. Feindbilder und in der Gesellschaft verbreitete rassistische Vorurteile wurden bei der Veranstaltung bedient.
Jede muss hier aber für sich selbst die Wertung vornehmen.
@ cosi: Selbstverständlich muss ich mich als Autorin, die bei den Buchtagen gelesen hat, dazu verhalten. Ich kenne den Autor des ND-Artikels tatsächlich nicht; die Ebene persönlicher Verletzung die Du zur Auseinandersetzung mit seinen Ausführungen wählst, finde ich aber sehr beleidigend und dem Umgang mit einem Menschen nicht angemessen. Die Stellungnahme des Organisationsteams zu der Veranstaltung macht für mich deutlich, dass seine Sicht eine Grundlage hat.